Auf den Brettern, die die Welt bedeuten
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Tonhalle Wil
Der
legendäre Kassenschlager «Charlies Tante»: Schlager-Komödie
Wenn Männer in Damen-Kleider steigen, dann wird es heiter bis «Unterhosen obszön»! Lustig war jedenfalls die Schlager-Komödie von «Charlies Tante»; und lustig zu beobachten waren die Reaktionen der jungen Theaterbesuchenden, wenn die «älteren Semester» die Hits von früher mitsangen, Wort für Wort, Strophe um Strophe. Das Ensemble vom Grossstadt Entertainment mit den Pro-duzenten Oliver Meier und Frank Sitter und in der Regie von Jan Käfer hatten ein gutes Szenen-Gefühl, denn passend zur witzigen Geschichte sangen die Darstellenden Hits aus den 60-er und 70-er Jahren wie «Siebzehn Jahr blondes Haar» von Udo Jürgens, «Eine Mark für Charlie» von Wencke Myhre, «Er war gerade 18 Jahr» von Dalida, «Ich zähle täglich meine Sorgen» von Peter Alex-ander, der seinerzeit auch im gleichnamigen Film zu bewundern war. Das Wiler Publikum unterhielt sich köstlich, viele Lacher gab es und am Schluss wurden die Künstlerinnen und Künstler, die sich sogar an die regionalen Verhältnisse anpassten, mit grossem Applaus gewürdigt. Es war ein köstlicher Abend, der bei manchen Personen schöne (gesangliche) Erinnerungen an früher weckte. «Charlies Tante» sei Dank!
«Charlies Tante» ist eine
der erfolgreichsten Komödien weltweit – sie eroberte
den Broadway im Sturm und feierte über 1’500 Vorstellungen im Londoner West
End. Kein Wunder, dass der grandiose Komödien-Stoff zu berühmten
Verfilmungen in-spirierte: Heinz Rühmann und Peter Alexander schlüpften dafür
in Frauenkleider – und jetzt lernt Charlies Tante das Singen!
Die neue Schlager Komödie
«Charlies Tante» hat die besten Kultschlagern aus den 60-er und 70-er Jahren
im Programm. Insgesamt wurden rund 20 Super-Hits wie «Er hat ein knallrotes
Gummiboot», «Die Liebe ist ein seltsames Spiel», «Eine Mark für Charlie» und
noch viele, viele mehr in die Handlung eingearbeitet.
Zur eigentlichen
Geschichte
Es beginnt alles damit, dass
sich der Student Charlie mit einem Mädchen verab-reden
möchte – aber dafür braucht er eine Anstandsdame. Doch die vorgesehene Anita
Lucia Carmencita Gonzales (Charlies Tante aus Mexiko) sagt kurzfristig ab -
also muss ein Freund von ihm, als Frau verkleidet, die Rolle der Tante
spielen. Dank dieser Idee nimmt das amüsante Verhängnis seinen Lauf...
Grossstadt Entertainment Paderborn
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Kurz vor der Hochzeit, doch dann ... Von links: Anne Weinknecht, Günter Baumann und Miriam Strübel (c) Foto: ROPO/MuA
Theater Biel Solothurn in Wil mit «Viel Lärm um Nichts» - eine
entlarvende Komödie von William Shakespeare
Theater aus Leidenschaft.
Das Theater Biel Solothurn gastierte erstmals in der Tonhalle Wil (ihr
Theaterhaus, übrigens das älteste der Schweiz, wird gerade renoviert und so
geht die Gruppe auf Tournée!) und zeigte das anspruchsvol-le
Stück «Viel Lärm um Nichts» von William Shakespeare in einer unterhalt-samen
Aufführung von Katharina Rupp. In dieser Darstellung glänzte «Shakes-peare»
mit seinen geschichtlichen, verschobenen Vorgaben in einer eigenwil-ligen
und neuzeitlichen Komödie. Zwischen Abenteuer, Liebe und Tod – ja und in
einer «irdisch-manipulierten Auferstehung», so könnte man den Ver-lauf
der modernisierten Geschichte auch beschreiben. Faszinierend die ra-santen
Wortgefechte und witzigen Formulierungen, gerne hätte man sie auf-geschrieben.
Elf erfahrene und talentierte Darstellerinnen und Darsteller, darunter
Barbara Grimm, Günter Baumann, Anne Weinknecht, Urs Fabian Winiger und
Jan-Philipp Walter Heinzel, kamen – selbst in den Zuschauer-reihen
– wunderbar in Schuss und amüsierten das Publikum köstlich. Die Auf-führung
dauerte zwei Stunden, doch diese verflogen in diesem Tempo auf der Bühne im
Nu. Zum Schluss gab es einen langen und starken Applaus für die
eindrückliche Leistung!
Zur
Geschichte. Im sizilianischen Messina
ist der Krieg zwischen den Brüdern Don Pedro und Don Juan endlich
entschieden. Doch kaum kehren die Männer ins heimische Paradies zurück,
beginnt der Krieg der Geschlechter: Da sind zum einen die überzeugten
Singles Beatrice und Benedikt, die einander und der Welt in schlagfertigen
und äusserst scharfzüngigen Wortgefechten kundtun, was sie von dem jeweils
anderen halten, nämlich: nichts!
Und da sind die Verliebten
Claudio und Hero, deren grosse Gefühle füreinander durch eine fiese –
eigentlich jedoch leicht zu durchschauende Intrige – völlig aus dem
Gleichgewicht geraten ... Doch Shakespeare wäre nicht Shakespeare, trotzte
er nicht selbst den vertracktesten Situationen durch Tricks und doppelte
Böden noch ein Happy End ab!
Shakespeares Komödien …
… sind nicht nur aberwitzige
und raffiniert gebaute Verwirrungsmaschinen. Sie sind auch grandios-groteske
Schilderungen über die Unmöglichkeit der Liebe und die Lächerlichkeit des
Menschseins. Er lässt uns tief in die Seelen seiner Figuren blicken, in die
unendlichen Abgründe, die dort verborgen liegen. Wenn der Bruder den Bruder
hasst; wenn eifrig intrigiert wird; wenn zwei Menschen wie Benedikt und
Beatrice gegen ihre Neigung zu einem Paar gemacht werden, weil die Ge-sellschaft
es sich so ausgedacht hat. Dann wird klar, dass auch «Viel Lärm um nichts»
uns hinter der Komödie noch viel über die Welt erzählen kann.
Zum grossen Finale: Ende gut, alles gut! (c) Fotos: ROPO/MuA
«Hübsches Drama»
Der Shakespeareforscher
Harold Bloom schreibt zu diesem «hübschesten nihilis-tischen
Drama», Beatrice und Benedikt hielten sich mit der Klinge des Witzes die
drohende Sinnlosigkeit vom Hals. «Sie machen viel Lärm um nichts, weil sie
wissen, dass von nichts nichts kommt, und so fangen sie immer wieder zu
reden an.»
William Shakespeares
(1564-1616) Komödien und Tragödien gehören zu den be-deutendsten
und am meisten aufgeführten und verfilmten Bühnenstücken der Weltliteratur.
Sein überliefertes Gesamtwerk umfasst 38 Dramen und zahlreiche
Versdichtungen, darunter einen Zyklus von 154 Sonetten. Die Aufführung
stammt vom Theater Biel Solothurn. Regie führt Katharina Rupp und für Bühne
und Ko-stüme ist Karin Fritz verantwortlich.
www.tobs.ch
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Die neue CD «Its Swing Time» von Pepe Lienhard & Big Band ist da!
15 Welthits sind auf dem Album «It's Swing Time».
Beschwingte Welthits lassen das begeisterte Publikum und die Fans in Erinnerungen schwelgen
Im Rahmen der Schweizer Tournée von Pepe Lienhard und seiner Big Band wurde auch die CD «It's Swing Time» aufgenommen. Nicht weniger als 15 Lieder dokumentieren einmal mehr die ausserordentliche Qualität und Musikalität dieser Ausnahme-Könner. «Tuxedo Junction», «Unforgettable», «The Preacher», «O Sole Mio», Is It A Crime», «Moanin», «Georgia On My Mind» und das legendäre Stück «As Time Goes By» u. v. m. sind auf diesem wertvollen Album zu hören. Die gleichnamige Tour war ein super Erfolg und mit der CD «It's Swing Time» kann das Publikum und die Fans noch weiter in Erinnerungen schwelgen.
Hier geht es zur Homepage von Pepe Lienhard und zum CD-Shop
Grosser Applaus für Wahl-Thurgauer Pepe Lienhard (r) mit seiner Big Band und seinen musikalischen Gästen im Pentorama in Amriswil. (c) Foto: ROPO/MuA
Pepe Lienhard
Tour «It’s Swing Time» mit Heimvorteil und Standing Ovation im
thurgauischen Amriswil
Songs auf höchstem Niveau, dargeboten von engagierten Topmusikern und ihre genialen Soloauftritte, Welthits en masse, die sympathische Ausstahlung und die Anwesenheit von Paola Felix unter den VIP-Gästen (sie erhielt viel Applaus bei der Ehrung und zudem bei der Würdigung von seinem Freund Kurt Felix, sie machten viele Fernsehshows zusammen) … - all dies machte den Abend unvergesslich.
Klassiker erhalten viel Applaus
Welthits wie
«In The Mood», «Me & Mrs Jones», «The Midnight Sun Will Never Set»,
«Moonlight Serenade», «Sing, Sing, Sing», «Unforgettable», «Volare» und
viele andere mehr begeisterten. Zu den Starauftritten trugen
auch die Sängerinnen und Sänger wie Dorothea Lorene, Stevie Woods, Pino
Gasparini sowie die Mitglieder von The Voice, Stefanie Suhner, Brigitte
Wullimann, Micha Dettwyler und Sämi Zünd viel bei.
Mehr zur Tournée
„It’s Swing Time” für Pepe Lienhard und seine 17-köpfige Big Band: Noch bis zum 15. November tourt der populäre Schweizer Bandleader mit seinem hochkarätigen Orchester durch die helvetischen Konzerthallen und zelebriert Big-Band-Sound auf allerhöchstem Niveau. Auf der Playliste stehen Kompositionen von Glenn Miller, Duke Ellington, Quincy Jones, Benny Goodman, Count Basie u.v.a. Gemeinsam mit dem virtuosen Gesangsquartett „The Voices“ und seinem langjährigen musikalischen Gefährten Pino Gasparini garantieren Pepe Lienhard und seine Big Band für ein Konzerterlebnis der Extraklasse. Als Special Guests mit dabei sind die beiden amerikanischen Soul-Sänger Dorothea Lorene und Stevie Woods.
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Archiv
VIP-Aufmarsch in der Tonhalle Wil SG
Ein Balanceakt:
«Die zwölf Geschworenen»
Heikle Entscheidung ... (Foto zVg)
Todesstrafe oder Freiheit. Eine heikle Entscheidung, die über 2 ½ Stunden unter den Geschworenen ausdiskutiert werden musste. Die Deutsche Drama-tisierung von Horst Budjuh und in einer Fassung des Berliner Kriminal Thea-ters von Wolfgang Rumpf hat das Wiler Theaterpublikum gut angesprochen. Zahlreiche aktive und ehemalige Gemeindepräsidenten, Juristen und Sozial-arbeiter liessen sich diese anspruchsvolle Aufführung nicht entgehen. An die Schauspielenden wurden hohe Anforderungen beim Auswendiglernen des Stücks «Die zwölf Geschworenen» gestellt. In der Pause gab es deswegen viele Komplimente. Ein langer Applaus würdigte am Schluss die eindrückliche Darbietung, die nahe an der gleichnamigen Verfilmung von Sidney Lumet aus dem Jahr 1957 stand.
http://www.moviepilot.de/movies/die-zwoelf-geschworenen
Ein packendes
Kriminalstück von Reginald Rose. Mit dem Berliner Kriminal-theater
traten in der Tonhalle Wil auf … Katrin Martin, Katharina Luck, Maria Jany,
Zum Inhalt: Es ist der
heisseste Tag des Jahres. Ein Gewitter liegt in der Luft. An diesem Tag
findet der letzte Tag eines schwerwiegenden und an sich eindeutigen
Mordprozesses mit schier erdrückender Beweislast statt: Ein 17jähriger aus
einem Slumviertel hat im Streit seinen Vater mit einem extrem auffälligen
Springmesser erstochen.
Die Anklage
präsentierte …
… zwei glaubhafte Zeugen.
Beide haben den Jugendlichen bei der Ausführung der Tat beobachtet und ihn
kurz darauf wegrennen gesehen. Reginald Roses Stück «Die zwölf Geschworenen»
setzt mit dem Ende der Verhandlung ein, als sich die Geschworenen zur
Beratung zurückziehen.
Wir lernen zwölf New Yorker
Männer und Frauen völlig unterschiedlichen Charak-ters
und Temperaments kennen, deren einzige Gemeinsamkeit es ist, bestimmt worden
zu sein, in diesem Mordprozess einen einstimmigen Schiedsspruch zu fällen.
In einem engen, von der Aussenwelt abgeschlossenen Raum beraten sie darüber.
Da der Fall eindeutig ist, wird mit einem raschen Ende der Sitzung ge-rechnet.
Gefahrvolle Einigkeit
Elf der Geschworen sind sich
sofort einig: Der Angeklagte ist schuldig. Einer je-doch
stellt sich gegen die Mehrheit: Er hat einen «begründeten Zweifel» und
plädiert deshalb für nicht schuldig. Die Entscheidung über Leben und Tod
eines Menschen ist ihm mindestens eine faire Diskussion wert.
Das Unverständnis der
Mitgeschworenen ist gross. Sie versuchen, den Zweifler mit mehr oder weniger
stichhaltigen Argumenten von ihrem Schuldspruch zu über-zeugen.
Detailgenau werden noch einmal die Zeugenaussagen besprochen, die Tatwaffe
erneut betrachtet, ebenso wie der Tatort-Plan und das Motiv. Und plötz-lich,
nach genauerer Analyse, scheinen die Beweise keineswegs mehr eindeutig. Die
hitzigen Gemüter stossen aufeinander, Reibereien, Streitigkeiten bestimmen
die Diskussion. Die Atmosphäre im Raum ist zum Zerreissen gespannt. Doch
nach und nach wird die harte Mauer der Vorurteile
und schnellen Schlussfolgerungen brüchig ... - Wie hoch ist das Risiko,
einen Unschuldigen hinrichten zu lassen?
Die Regie führte Wolfgang
Rumpf, die Ausstattung besorgte Manfred Bitterlich.
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Archiv
Tonhalle Wil (St. Gallen)
erfolgreich in die neue Saison 2013/2014 gestartet
«Zusammen ist man weniger
allein» mit Mut zur Haut

Eine aussergewöhnliche Wohngemeinschaft mit Hindernissen. Szene aus der Ko-mödie «Zusammen ist man weniger allein». (c) Fotos: ROPO/MuA
Es war nicht ganz klar, ob es sich wirklich um eine Komödie handelt oder eher um ein gesellschaft-kritisches Schauspiel. «Zusammen ist man weniger allein», die Komödie nach dem Roman von Anna Gavalda, berührte durch das Thema des Älterwerdens, durch die Hochs und Tiefs im Leben sowie die Achterbahn der Gefühle, wenn es um Liebe geht. Nacktheit gab es auch. Lange brauchte es, ehe das Wiler Tonhallen-Publikum zu klatschen bereit war. Lacher kamen wegen dem schwierigen Thema – und vielleicht wegen der eigenen Betroffenheit – erst spärlich. Oder waren die vielen, einzelnen Szenen zu kurz hintereinander, um zu applaudieren? Die Schauspielenden liessen sich deswegen nicht aus der Ruhe bringen. Bravo!
Trailer zu «Zusammen ist man weniger allein»
Die Aufführung
von a.gon, München und mit den Darstellenden Ursula Dirichs, Ottokar Lehrner,
Lutz Bembenneck, Katharina Pütter sowie Adela Florow war keine einfache
Kost. In viele Rollen und Situationen konnte man sich selber als Zuschauer
einfühlen.

Die Malerin und Putzfrau Camille (Katharina Pütter) und Philibert, Historiker und Post-kartenverkäufer (Lutz Bembenneck) motivieren sich gegenseitig.
Im
Kampf um den Schöhnheitswahn bei alt und jung
Ergreifend
waren die Szenen um Ursula Dirichs, die trotz ihrem höheren Alter von 78
Lenzen tüchtig und mutig auf der Bühne steht, obwohl sie manchmal auf
wak-keligen Füssen stand und man Angst hatte, sie fallen zu sehen. Sie hatte
einen starken Willen, kämpfte mit sich und ihrer schwierigen Rolle als
Paulette, Francks Grossmutter, die vorher wegen einem Unfall in einem
Altersheim lebte und dann auf Initiative von Katharina Pütter als Camille in
die turbulente und eigenwillige Wohngemeinschaft wechseln durfte. Mutig die
Bereitschaft, dass sich Ursula Dir-ichs, oben knapp bekleidet rücklings zum
Publikum gewandt, waschen liess. Was für ein spontaner (verbaler) Ruck ging
durch die Reihen, als sich in dieser Szene Katharina Pütter oben ganz
entblösste. Amüsant dabei die Äusserung eines Paares aus dem Publikum, als
es mit Bekannten zum Ausgang strömte: «Dieses Stück bot inhaltlich viel,
auch für die Augen für Männer und Frauen!».
Zum Inhalt der Komödie «Zusammen ist man weniger allein»
Philibert, von verarmtem
Adel, ist zwar ein historisches Genie, doch wenn er mit Menschen spricht,
gerät er ins Stottern. Camille, magersüchtig und künstlerisch begabt,
verdient sich ihren Lebensunterhalt in einer Putzkolonne, und Franck
schuftet als Koch in einem Feinschmeckerlokal. Er liebt Frauen, Motorräder
und seine Grossmutter Paulette, die keine Lust
aufs Altersheim hat. Vier grundver-schiedene
Menschen in einer verrückten
Wohngemeinschaft, die sich lieben, strei-ten, bis die Fetzen fliegen, und
versuchen, irgendwie zurecht zu kommen. In einer Art umgekehrtem
Domino-Effekt helfen sich die vier gegenseitig auf und mei-stern so Alltagsprobleme
wie Älterwerden, Scheidungen, Einsamkeit, Liebeskum-mer – das ganz normale
Lebenschaos. Ein modernes und turbulentes, mit zärt-lichem Humor erzähltes
Grossstadtmärchen über jenes komplizierte Gefühl, das wir Liebe nennen. Und
eine charmante Komödie und sensible Lovestory, die das Leben auf zauberhafte
Weise ernst nimmt – mit einem Lächeln.
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Archiv Tonhalle Wil 2012/2013
Schauspieler und TV-Star Horst
Janson spielte «Der alte Mann und das Meer» vor ausverkaufter Tonhalle Wil -
Eine aussergewöhnliche Begegnung!
Das Publikum schenkte grossen Applaus in
der Tonhalle Wil. Marie-Luise Gunst als Bar-frau/Sängerin, Peter Menden als
Manolo und Horst Janson (v. l.) als Santiago im Fischer-boot.
(c) Fotos: ROPO/MuA
Hemingway im Roman
«Der alte Mann und das Meer»: «Man kann vernichtet werden, aber man darf
nicht aufgeben!»
Im Hotel Schwanen/Swan 21 in Wil
treffen wir den deutschen Schauspieler und TV-Star Horst Janson. Trotz
seinen 77 Lebensjahren wirkt er jugendlich, neugierig und attraktiv.
Über Jahrzehnte hat er die Rollen als Jugend- und Schönheitsidol mit
Leichtigkeit perfekt in Spielfilmen, in TV-Serien und auf der Bühne
inszeniert. Seine sympathische Ausstrahlung und sein legeres Auftreten sind
echt. «Das Alter steht mir gut. Jetzt kann ich „den alten Mann“ im
Hemingway-Stück „Der alte Mann und das Meer“ realistisch und einfühlsam
spielen», sagt Horst Janson im Gespräch mit Kulturonline.ch. Die Aufführung
in der Tonhalle wurde vom Ostschweizer Publikum begeistert aufgenommen.
Horst Janson kann sich mit dem kubanischen Fischer Santiago im Werk von Ernest Hemingway identifizieren. Selbst in grösster Not weiterzukämpfen und durchzuhalten machen Wert und Würde eines Menschen aus. «Das Älterwerden geht nicht spurlos vorbei, mal hat man da ein Zwick, mal tut es da weh, Körperteile nutzen sich ab und müssen ersetzt werden. Wichtig ist, dass man möglichst gesund und geistig beweglich bleibt, dafür darf man danke sagen. Die körperliche Beweglichkeit ist für mich bedeutungsvoll und ich mag an mir kein grosses Klagen, wenn es mal im Rücken oder sonst wo schmerzt.» Horst Janson musste vor einiger Zeit eine Hüftoperation durchführen; und vor Jahren, bei einem Theaterauftritt in Winterthur, bekam er Zahnprobleme. Seither hat er diesen Zahnarzt mehrmals besucht und achtet auf die zahnmedizinische Prophylaxe, die in seiner Jugendzeit in Deutschland vernachlässigt wurde. Man hatte in den 30- und 40-er Jahren ganz andere Sorgen.
Eine Parabel über den
Daseinskampf des Menschen
Ernest Hemingway bekam für den Roman «Der alte Mann und das Meer» zwei Jahre nach der Veröffentlichung im Jahr 1954 den Nobelpreis für Literatur. Dabei handelt es sich um eine Parabel über den Daseinskampf des Menschen. Der alte Mann führt einen heroisch-tragischen Kampf: Er gewinnt und verliert zugleich. In der Analyse mit seiner ökonomischen Existenzgrundlage unterliegt er, weil dauernd Haie seinen gefangenen Fisch zerfetzen und fressen, dennoch bleibt er der moralische Sieger, weil der Fischer Santiago nicht aufgibt: «Man kann vernichtet werden, aber man darf nicht aufgeben», heisst es im Werk.
Manolo, dargestellt von Peter Menden (links), hört den Fischerabenteuern von Santiago, der alte Mann, gespielt von Horst Janson aufmerksam zu.
«Auch ich hatte – trotz den Erfolgen als Schauspieler – in meinem Leben Hochs und Tiefs. Selbst ich kenne sogenannte „Immobilien- bzw. Banken-Haie“, die mir das Geld abgejagt haben» gibt Horst Janson lachend zu und fügt bei: «Sehen Sie, ich habe einen wunderbaren Beruf. Die Schauspielerei, die ich mit viel Spass und Leidenschaft auslebe, kann man bis ins hohe Alter ausüben. Viele attraktive Verpflichtungen in Filmen und Serien haben mich über die Jahre in zahlreiche Länder geführt. Mich haben die Reisen immer fasziniert, ich konnte so Land und Leute kennenlernen und dies mit dem Filmemachen ideal verbinden. Reisen bildet und ich habe viel gesehen und erlebt. Ich blicke nach vorn, nicht zurück.»
Seine vielen Auszeichnungen, darunter ein «Goldener Otto» der Jugendzeitschrift «Bravo» (1973) und der Zuschauerpreis «Bambi» (1974), befinden sich in seinem Büro, auf die er noch heute stolz ist.
Familienleben, soziales
Engagement und das Verhältnis Schweiz-Deutschland
Auch das Familienleben ist für Horst Janson wichtig. Janson war in erster Ehe mit der Schauspielerin Monika Lundi verheiratet. Heute lebt er mit seiner zweiten Ehefrau Hella Ruthardt und seinen zwei volljährigen Töchtern Laura-Maria und Sarah-Jane, beide sind Schauspielerinnen geworden, in Grünwald bei München.
Horst Janson ist auch in vielen sozialen Projekten engagiert, so unter anderem für die Peter Maffay-Stiftung, auch spielte er sehr erfolgreich in zwei Filmen über Demenz mit oder sammelt Geld bei sozialen Aktionen am Markt von München.
Zum aktuellen Verhältnis Deutschland-Schweiz sieht er die Situation wegen dem Wahlkampf in Deutschland gelassen. «Die gesetzlichen Rahmenbedingungen müssen beachtet werden, gerade bei Steuernhinterziehungen. Das Image der Schweiz in Deutschland ist nach wie vor hervorragend. Die Schweizerinnen und Schweizer werden geschätzt und das Land ist ja wunderschön. Ein Beitritt der Schweiz in die Europäische Gemeinschaft (EU) ist nach meinem Ermessen nicht notwendig. Mit ihren Entscheidungen – seit 1291 – stand die Schweiz immer richtig. Die vielen Vorschriften aus Brüssel gehen auch in Deutschland langsam gegen den Strich. Gefährlich ist mir die private Wasserversorgung, da darf kein Missbrauch geduldet werden. Deutschland, Österreich und die Schweiz haben mit dem Bodensee eine gemeinsame und wertvolle Wasserquelle zu der man Sorge tragen muss», erklärt Horst Janson kritisch und mit Weitblick.
3'000 Petflaschen als Meer
Die Erzählung «Der alte Mann und das Meer» wurde mehrfach verfilmt: 1958 mit Spencer Tracy und unter anderem 1989 als TV-Film mit Anthony Quinn. Gespannt war man im Jahr 2010 auf die Bühnenfassung, die recht anspruchsreich war. Mit der Moderation und mit dem Gesang der Barfrau/Sängerin, dargestellt von Marie-Luise Gunst, sowie mit einer vierköpfigen Musikgruppe konnte ein wertvoller spielerischer Rahmen auf der Bühne abgesteckt werden, der sofort vom Publikum positiv aufgenommen wurde. Jens Hasselmann, der musikalische Leiter, hat die schönen und kubanisch angehauchten Lieder passend zum Stück geschrieben. Der Junge Manolo, welcher den alten Mann verehrt und ihn als Vorbild sieht, spielt Peter Menden. Menden kommt in dieser Rolle einfühlsam zur Geltung. Das Publikum ist auf seiner sozial-engagierten Seite und leidet manchmal in den schwierigen zwischenmenschlichen Szenen mit. Die Bühnen- und Lichtkonzepte stammten von Rolf Spahn. Ein genialer Einfall war, dass das Meer mit 3'000 Petflaschen dargestellt wird. Darunter und seitlich verbirgt sich eine elektrische Lichterkette, die einmal das blaue Meer widerspiegelt, dann bei der Haiattacke in dramatischer Art und Weise blutrot erscheint.
Die Uraufführung fand am 30. Juli 2010 als Open Air-Aufführung im Theater an den Leuchttürmen am Kap Arkona auf Rügen statt. Das Tourneetheater mit «Der alte Mann und das Meer» vom Euro-Studio Landgraf und Theater im Rathaus Essen dauert bis Frühjahr 2013 und wird dann nach der Sommerpause im Herbst 2013 fortgesetzt. Gespräche laufen zudem für Horst Janson bezüglich einigen Fernsehprojekten, die allerdings noch nicht unterzeichnet sind.
... über die herrlichen Verzierungen und Wandgemälde in der Wallfahrtskirche Maria Dreibrunnen bei Wil-Bronschhofen. (c) Foto: ROPO/MuA
www.horstjanson.de
Infos zu Horst Janson über Google
Horst Janson in Wikipedia
Konzertdirektion Landgraf
Homepage der Stadt Wil im Kanton St. Gallen
Wallfahrtskirche Maria Dreibrunnen bei Wil-Bronschhofen
Im Hotel Schwanen in Wil SG
übernachten regelmässig zahlreiche Prominente aus Wirtschaft, Politik und
Kunst. Darunter waren neben Schauspieler Horst Janson, Pierre Brice, Karin
Dor, Claus
Biederstaedt und viele andere.
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Archiv Kulturonline.ch
«Standing Ovations»: Das «Rain
Man»-Ensemble beeindruckte das Publikum in der Tonhalle Wil – Interview mit
«Schauspiel-Zehnkämpfer» Rufus Beck
Die enorme schauspielerische Leistung von Karl Walter Sprungala (links) und Rufus Beck in «Rain Man» wurde vom Publikum bestaunt.
(c) Fotos: ROPO/MuA
Im Spiegelbild der
Autismus-Krankheit
Der Spielfilm «Rain Man» von
Barry Morrow hat es vorgemacht, seit dem 23. September 2010 ist nun auch das
Ensemble vom Alten Schauspielhaus Stuttgart mit den Hauptdarstellern Rufus
Beck als Charlie Babbitt und Karl Walter Sprungala als sein handicapierter
Bruder Raymond Babbitt erfolgreich auf Tournee. In der Tonhalle Wil bekamen
sie für ihre hervorragenden darstellerischen Leistungen am Schluss in der
110. Aufführung «Standing Ovations». Kulturonline.ch traf Rufus Beck, der
zudem als Regisseur, Produzent, Sänger und Sprecher von Hörbüchern berühmt
ist, zum offenen Gespräch über Erfahrungen mit dem Publikum, Emotionen und
über die Krankheit Autismus.
Rufus Beck, Sie sind ein enorm
tüchtiger «Zehnkämpfer der darstellenden Künste». Sie sind in so vielen
Fächern zu Hause und dies seit Jahrzehnten. Sie mach(t)en Zirkus, Theater,
Film, Musicals, Spektakel und One-Man-Shows. Gibt es Erfahrungswerte
zwischen dem Publikum in der Schweiz, Deutschland und Österreich, wo Sie
jetzt mit diesem Stück unterwegs waren?
Rufus Beck:
Das Publikum unterscheidet sich tatsächlich. Diese Differenz kann
möglicherweise mit der Sprache zusammen hängen. Karl Kraus sagte einmal: «Das
Einzige, was uns (Schweizer,) Österreicher und Deutsche trennt, ist die
deutsche Sprache». Die Schweiz als
mehrsprachiger Staat hat da eine ganze wichtige Ausgangslage. Dass dieses
friedliche Miteinander – trotzt den vier Landessprachen und seit
Jahrhunderten – möglich ist, ist hervorragend. Das Publikum in der Schweiz
ist reservierter, ruhiger und erst am Ende der Aufführung merkt man, ob
ihnen das Stück gefallen hat oder nicht. In Deutschland ist das Publikum
lauter und spontaner. Auch die Schnelligkeit der Sprache hat in Österreich
und in der Schweiz einen nicht zu unterschätzenden Einfluss.
Das Stück «Rain Man» ist für die
Darsteller eine enorme Herausforderung? Gibt es dabei Passagen, die
schwierig in der Umsetzung sind?
Rufus Beck:
Es gibt Punkte im Stücke, die ich direkt ansteuere, wo
ich emotional hinkommen möchte. Ich denke hier an die Schlussszene, wo sich
Charlie Babbitt von seinem Bruder Raymond verabschiedet. In dieser Situation
ist Charlie zum ersten Mal traurig. Es scheint so, dass es sich dabei um
eine tiefe, kindliche Trauer handelt. Er spürt, dass er mit seinem Bruder
jetzt endgültig alleine ist, weil die Eltern gestorben sind. Diese Szene
gelingt mir nicht immer, aber ich strebe die emotionale Betroffenheit an,
die auch das Publikum mitfühlt. Zuerst hat man ja von Charlie Babbitt den
Eindruck, er sei ein «Riesenarschloch» und am Ende kommt der feinfühlende
Mensch und Bruder eindrücklich zur Geltung.
Die unterhaltsam und berühmt gestöhnte Bettszene mit Jo Kern, Rufus Beck (unter der Bettdecke) und Karl Walter Sprungala.
Rufus Beck, Sie haben mit diesem
Stück und Ihrer Rolle eine wichtige Aufklär-ungsarbeit im Verständnis von der
Krankheit Autismus übernommen. Werden Sie dabei – neben dem interessierten
und allenfalls betroffenen Publikum – auch von den Fachleuten wahrgenommen
und angesprochen? Was lernen Sie selber da-raus?
Rufus Beck:
In der Tat. Auch ich selber lerne ja immer von jedem Stück, auch von «Rain
Man», etwas für mein eigenes Leben. Ein Beispiel: Vor zwei Tagen war ich in
einem Lokal, wo ich eine Gruppe von jungen Menschen beobachtete. Da war ein
junger, hübscher Mann, der fiel durch seine Zuckungen auf, dann schlug er
sich noch. Da merkte ich, der leidet am Tourrett-Syndrom. Über dieses
Krankheitsbild habe ich vom Neurologen Oliver Sacks gelesen. Die weiteren
Mitglieder dieser Jungendgruppe verhielten sich jedoch ganz normal, da sie
diese handicapierte Personen wohl seit Jahren kennen und ihn so angenommen
haben, wie er ist. Er war in diesem sozialen Netzwerk ohne Vorurteile gut
integriert und konnte sich ausleben.
Generell ist Aufklärung gut und
dieses Werk «Rain Man» trägt seinen Teil dazu bei. Die Verhaltensmuster, die
Ticks, können ganz unterschiedlich sein, keines gleicht dem andern. Der
Umgang mit Gefühlen und die ungeheuren Ängste sind allgemein feststellbar,
deshalb brauchen sie Normen und Regeln.
Sie müssen sich nun umziehen und
auf die Bühne, in wenigen Minuten beginnt die Aufführung …
Rufus Beck: Genau.
Vielen Dank für das Gespräch!
Links
Infos zu Karl Walter Sprungala
«Rain Man» und Zusatzinformationen
New Yorker Neurologe und Autor Oliver Sacks
Mehr zu Karl Kraus«Rain Man» mit den TV- und
Bühnenstars Rufus Beck und Karl Walter Sprungala in perfekter Besetzung
Erneut durfte
die Tonhalle
in Wil bekannte TV- und Bühnengrössen willkommen
heissen: Mit Rufus Beck und Karl Walter Sprungala konnte für «Rain Man» eine
optimale Besetzung engagiert werden. Das Stück «Rain Man», welches mit dem
Tournee-Theater Thespiskarren unterwegs ist, basiert auf dem Schauspiel von
Dan Gordon und ist nach dem gleichnamigen MGM-Spiel-film
von Barry Morrow für die Bühne gestaltet worden.
Zur Geschichte: Charlie
Babbitt, ein karrierebewusster Yuppie aus Los Angeles, erlebt nach dem Tod
seines Vaters eine böse Überraschung: Sein gesamtes Vermögen geht an einen
mysteriösen, anonymen Erben in einer Klinik. Charlie versucht, der Sache auf
den Grund zu gehen, und begegnet so seinem autis-tischen
älteren Bruder Raymond, von dessen Existenz er bislang nichts ahnte.
Eine
emotional verhängnisvolle Entführung
In der Hoffnung, doch noch
an das Geld zu gelangen, entführt der skrupellose Charlie seinen Bruder aus
dem Heim. Doch die lange Autofahrt von Cincinnati nach Los Angeles steht
unter keinem guten Stern, denn Charlie geht die kauz-ige
Art seines Bruders bald auf die Nerven. Doch als Charlie merkt, dass Ray-mond
über ein phänomenales Gedächtnis verfügt, beginnt er seinen Bruder mit
anderen Augen zu sehen und entdeckt allmählich einen liebenswerten, einzig-artigen
Menschen in ihm. Langsam kommen sich die beiden näher, und der
abenteuerliche Road-Trip wird zur lebensverändernden Erfahrung.
Ursprünglich ist «Rain
Man» …
… ein US-amerikanischer Film
von Barry Levinson mit Dustin Hoffman und Tom Cruise in den Hauptrollen aus
dem Jahre 1988, der mit Auszeichnungen regel-recht
überhäuft wurde. Er wurde 1989 acht Mal für den Oscar nominiert, vier Mal
bekam er die begehrte Trophäe. Hoffman erhielt den Oscar für den besten
Hauptdarsteller. Weitere Auszeichnungen folgten.
Aus dem Drehbuch schuf Dan
Gordon ein kongeniales Theaterstück, das an-rührend
und witzig von der behutsamen Annäherung zweier ungleicher Menschen erzählt,
das den Zuschauern das Thema Autismus näher bringt – und das vor allem
grossartige Unterhaltung bietet.
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Archiv
Standing Ovations in der Tonhalle Wil mit dem Schauspiel «Die Harry Bela-fonte Story» mit dem beliebten Schauspieler und Entertainer Ron Williams
Ron Williams als Belafonte und Dominique Siassia, bekannt aus der Telenovela «Sturm der Liebe», in der Rolle als «Angel» . (c) Fotos: ROPO/MuA
Kulturonline-Interview mit dem Schauspieler und
Entertainer Ron Williams in «The Harry Belafonte Story»
Aktives
Künstlerleben für Liebe, Respekt und Toleranz
Der in Oakland
(Kalifornien) geborene 70-jährige Schauspieler, Sänger, Kaba-rettist
und Moderator Ron Williams kann auf eine vielseitige und erfolgreiche
Karriere zurückblicken. Gegenwärtig ist er mit dem Schauspiel «Die Harry
Belafonte Story» auf Tournee. Das «historisch-elektrisierte Publikum» war
vom harmonischen und authentischen Ensemble begeistert, fieberte und sang
mit. Standing Ovations ist Programm, selten hat
man so etwas Stürmisches in jüngster Zeit in der Tonhalle Wil erlebt.
Kulturonline.ch traf Ron Williams zu einem angeregten «OLMA-Bratwurst-Gespräch»
in privater Ambiance.
www.united-music-service.de/ronwilliamsperformingraycharles/
www.kempf-theater.de/belafonte/index.shtml
Ron Williams, Sie sind
bereits öfters in Wil SG in der Tonhalle
aufgetreten, welche Erinnerungen haben Sie an die Äbtestadt?
Ron Williams:
Tatsächlich habe ich sehr schöne Erinnerungen. Ich nutze die Ge-legenheit,
wo immer wir auch gastieren, dass ich die Ortschaft etwas auskund-schafte.
In Wil ist die Altstadt sehr schön und die Bevölkerung ist sympathisch.
Während der Tournee freuen wir uns auf etwas Abwechslung zwischen Hotelleben
und Auftritte im jeweiligen Gastspielhaus, was oft aus zeitlichen Gründen
nicht so einfach ist. Die Einsamkeit nach dem Auftritt im Hotelzimmer
verkrafte ich zum Glück gut; und das ist nicht selbstverständlich. Ich kenne
Kolleginnen und Kol-legen, die darunter leiden.
Aktuell sind Sie mit dem
Schauspiel «Die Harry Belafonte Story» unterwegs, natürlich mit mitreisender
Musik von ihm und sogar von ihnen selbst. Haben Sie Harry Belafonte schon
persönlich kennengelernt?
Ron Williams:
Ja, schon mehrmals. Mein Dad war ein ganz bedeutender Sänger, war Solist und
Gesangscoach von einem berühmten schwarzen Sängerchor. In den 50-er Jahren
hat Harry Belafonte sich bei ihm in der Gesangsatemkunst beraten lassen.
Später traf ich Harry nach Konzertauftritten. Wir tauschten die Telefon-nummern
aus und hielten so Kontakt. Er hat mich einmal zu einem Treffen nach New
York eingeladen, aber immer wenn ich dort war, war er ausser Landes. Harry
ist natürlich informiert, dass ich nun mit seiner Lebensgeschichte on tour
bin. Er will demnächst eine Aufführung von uns besuchen. Ich schätze Harry
nicht nur als Sänger, denn er hat schon vor Elvis und Frank Sinatra
millionenfach Platten ver-kauft. Vielmehr ist es
seine gradlinige und respektvolle Persönlichkeit und Aus-strahlung.
Von Beginn weg hat er sich immer sozialpolitisch engagiert und ist ein
grossartiges Vorbild, dabei hat er viel in einem rassistischen Amerika
riskiert. Er hat immer gegen Ungerechtigkeit gekämpft. So betrachtet
versuche ich ihm im Kampf gegen Rassismus und Gewalt nach zu eifern.
Immer für Spass zu haben ... Ron Williams als Harry Belafonte. Links Rapper Steve alias Karsten Kenzel.
Für Ihr soziales
Engagement, unter anderem als Schirmherr in der Stiftung «Leben ohne
Rassismus» in Nordrhein-Westfalen, für die Patenschaft am
Albert-Einstein-Gymnasium in Frankenthal (Pfalz) im Projekt «Schule ohne
Rassismus – Schule für Courage», haben Sie im Jahr 2004 das Verdienstkreuz
am Band gleich von zwei Bundespräsidenten, nämlich von Bundespräsident
Johannes Rau und Horst Köhler, erhalten …
Ron Williams:
Stimmt, Bundespräsident Rau hat mich seiner Zeit nominiert, dann ist er aber
verstorben. Sein Nachfolger, Bundespräsident Horst Köhler, über-reichte
mir schliesslich die Auszeichnung. Diese Ehrung hat mich gefreut, natür-lich,
aber ich habe bei weitem nicht so viel getan wie Harry Belafonte. Ich tat
meine Sachen im Rahmen meiner Möglichkeiten. Auch bei meinen Auftritten ver-suche
ich dem Publikum zu sagen, wie das Leben, das Zusammenleben in Frieden und
mit Respekt untereinander sein sollte, selbstbestimmend und frei. Das ist
eine ganz grosse Aufgabe für Künstler, mit diesen Aussagen können sie das
Publi-kum und die Gesellschaft erreichen.
Kraftvolle Worte und die Liebe aus den Her-zen
können durch Musik und das Schauspiel zum Publikum gelangen und hoffent-lich
etwas Positives bewirken. Das bewegt oft mehr als tausend Reden von Poli-tikern.
Szenenbild aus «Die Harry Belafonte Story»: Von links Gerhard Haase-Hinden-berg (hier kostümiert, aber sonst auch bekannt aus dem Hollywood-Film «Oper-ation Walküre», wo er die Rolle als Hermann Göring spielt), Ron Williams und Maaike Schuurmans.
Sie sind in den
vergangenen Jahren oft in weiteren geschichtsträchtigen Per-sonen
und biografisch geprägten Figuren aufgetreten. Wir denken hier an «I Have A
Dream – Die Martin Luther King Story», dafür haben sie bei der INTHEGA
(Interessengemeinschaft der Städte mit Theatergastspielen) im Jahr 2003 den
ersten Preis gewonnen, an «Ray Charles», hier bekamen sie den
INTHEGA-Crossover-Preis 2008, und an «Die Nelson Mandela Story». Jetzt mit
der «Harry Belafonte Story» erleben Sie jeden Abend Standing Ovations. Kön-nte
eine «Barack Obama Story» für Sie eine Fortsetzung sein?
Ron Williams:
Das wäre sicher interessant, aber für mich kommt diese
tolle Ge-schichte mit dem ersten schwarzen
US-Präsidenten Barack Obama zu spät, ich bin zu alt, er ist zu jung. Hey
Man, ich bin 70 … Wir dürfen froh sein, dass Obama für eine zweite Amtszeit
gewählt wurde und im Weissen Haus sitzt, dies trotz all sei-nen
Schwächen.
Wenn wir die heutigen
Nachrichten aus aller Welt verfolgen, ist die Zukunft nicht einfach … -
kriegerische Spannungen, religiöses Machtstreben, Aus-länderhass,
Umweltverschmutzung …
Ron Williams:
Sie haben recht, es sieht nicht gut aus. Unsere Gesellschaft, die
Weltbevölkerung, wir alle sind an einem kritischen Punkt angelangt. Schon
Martin Luther King und Nelson Mandela haben auf diese vage und heikle
Zukunft hinge-wiesen.
Die Vorboten sehen wir in
den Nachrichten, viele Aspekte aus dieser unheilvollen Entwicklung sind
ebenso spürbar. Für uns Künstler ist es zunehmend eine Lebens-aufgabe
einen positiven Trend in eine hoffnungsvolle Richtung zum Wohl der
Menschheit und dieser Erde zu setzen.
Die verlogene Politik kann
uns ins Verderben führen, da müssen wir Gegensteuer geben. Auch gegen
Hunger, Fremdenfeindlichkeit, Ausgrenzungen, rechte Gewalt, Rassismus,
Antisemitismus und Krankheiten wie beispielsweise Aids, gegen alle diese
wichtigen Themen und Aufgaben müssen wir alle intensive Anstrengungen zum
Besseren unternehmen. In sämtlichen Religionen müssen wir gegenseitig mehr
Respekt haben und die Sitten in den jeweiligen Ländern verstehen und
tolerieren. Frieden gibt es nur mit Liebe, beidseitiger Toleranz und
menschlicher Achtung. Die demografische Entwicklung wird für gefährliche
Spannungen sorgen, wenn wir nicht für mehr Gerechtigkeit und gegen die Armut
und den Hunger ein-stehen.
Wir könnten noch weitere
Problemfelder aufzählen. Tatsache ist, wir nähern uns der Kurve und dahinter
ist die Mauer.
Freude an der Muppet Show. Ron Williams (70) kümmert sich nicht um das Alt-werden.
Ron Williams, Sie sind
inzwischen 70 Jahre jung, sind vital und haben kaum Falten. Wie machen Sie
das? Und wie erleben Sie das Älterwerden?
Ron Williams:
Das Alter kümmert mich nicht. Ich lebe einfach mein Leben, ich nehme es wie
es kommt. Beruflich stehen weitere, wunderbare Projekte im In- und Ausland
an. Mir macht das Showbusiness grossen Spass und so bleibt man jung in
unserem Beruf.
Herzlichen
Dank für das Gespräch!
Ron Williams:
Hey, die St. Galler OLMA-Bratwurst war ganz lecker, sogar ohne Senf (lacht,
weil er «aufgeklärt wurde, weil dies sonst eine kulinarische Sünde ist»).
Dankeschön und auf Wiedersehen!
Volles Engagement in unterschiedlichen Aktivitäten. «Belafonte» Ron Williams war vom Wiler und Oltener Publikum begeistert.
Ron Williams performing Ray Charles
Interessengemeinschaft der Städte mit Theatergastspielen (INTHEGA)
Infos zu Gerhard Haase-Hindenberg über Google
In der Tonhalle Wil geben sich gegenwärtig bekannte Schauspieler der Reihe nach die Garderobenschlüssel in die Hand: Nach den beiden TV-Stars Leonard Lansink und Heinrich Schafmeister in «Oscar und Felix» gastiert nun Ron Williams in der Titelrolle von «Die Harry Belafonte Story» einmal mehr in Wil SG.
Um was geht es in der «Harry Belafonte-Story»?
Harry Belafonte betritt nach vielen Jahren den kleinen Club, in dem er als junger Mann gejobbt hat. Der Clubbesitzer Charly erkennt den berühmten Gast. Und schon sind wir mitten in der aufregenden Lebensgeschichte Harry Belafontes. Schliesslich betritt Harrys Frau Julie den Club und steuert ihre Sicht auf die Lebensgeschichte ihres Mannes bei - ein Leben, das nicht nur von beispiellosem künstlerischen und kommerziellen Erfolg geprägt ist, sondern zugleich untrennbar verbunden bleibt mit der Geschichte der Bürgerrechtsbewegung.
Zum Stück: Harry Belafontes Leben wird entlang seiner wundervollen Songs reflektiert
Harry wird 1927 als Kind eines schwarzen Seemanns und einer jamaikanischen Putzfrau in New York geboren. Als Harrys Mutter mit den Kindern nach Jamaika flieht, lernt Harry die Musik der karibischen Fischer kennen: den weich swingenden Calypso. Zurück in New York, erlebt er die üblichen rassistischen Beleidigungen, meldet sich freiwillig zum Militär und wird anschliessend ständiger Gast in der New York Library, um die Schriften schwarzer Autoren zu studieren.
Nach dem Eindruck des schwarzen Schauspielers Paul Robeson auf der Bühne absolviert Harry ein Schauspielstudium. Als unter Senator McCarthy auch Harry Belafonte zur Anhörung vorgeladen wird, verweigert er die Aussage, erhält anschliessend kein Engagement als Schauspieler und beginnt in jenem Club als Pausenfüller. In dieser Zeit baut er sich ein eigenes Songprogramm auf: alte und neue Calypso-Balladen und Volkslieder aus Nord- und Südamerika. Publikum und Kritik begeistert. Seine aussergewöhnliche Musikalität, sein persönlicher Stil und das unverwechselbare Timbre seiner Stimme machen Harry Belafonte über Nacht populär.
Das erste Album mit Calypso-Songs …
… bricht alle Rekorde. Er gründet seine eigene Firma und wird zum ersten schwarzen Platten- und Filmproduzenten der USA. Nach seinem mutigen Film «Island in the Sun» mit Joan Fontaine über die Liebe zwischen einem Schwarzen und einer Weissen richtet sich gegen die beiden Schauspieler der Hass des Ku-Klux-Klans, ihre Autos werden demoliert, und immer wieder gehen bei der Filmproduktion Morddrohungen ein. In dieser Zeit verliebt sich Harry Belafonte in eine Weisse, die zierliche Julie Robinson, sie heiraten. Mit seiner Unterstützung der Bürgerrechtsbewegung riskiert Harry Belafonte immer wieder Karriere und Leben.
Harry
Belafonte kann als Filmstar in zahlreichen Hollywoodproduktionen von «Carmen
Jones» bis «The Player» überzeugen. Als Sänger, der mit «Day-O - The Banana
Boat Song» berühmt geworden ist, begeistert Harry Belafonte das Publikum mit
seinem Stil und seinen Qualitäten als Entertainer.
1985 gründet Harry Belafonte die Bewegung «USA for
Africa», für die das Lied «We Are the World» entsteht. Dieser bewegende Song
stellt den Höhepunkt in der Theateraufführung von «Die Harry Belafonte
Story» dar.
Mehr zu Ron Williams über Google
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Partner in angespannten Zeiten ... Leonard Lansink
(hinten) und Heinrich Schaf-meister.
(c) Fotos: ROPO/MuA
TV-Stars Leonard Lansink und Heinrich Schafmeister
in der Komödie «Oscar und Felix» von Neil Simon mit Schweizer Premiere in
der Tonhalle Wil
Ein seltsames (TV-)Paar als
Kassenmagnet
Die Komödie «Oscar und Felix» von Neil Simon wurde
1965 am Broadway in New York uraufgeführt und später mit Walter Matthau
(Oscar) und Jack Lemmon (Felix) international erfolgreich verfilmt. Im
deutschsprachigen Raum traten im Frühling 2011 Leonard Lansink und Heinrich
Schafmeister die Nachfolge in diesen Rollen an. Am 24. November 2012 hatte
diese Besetzung ihre Schweizer Premiere in der Tonhalle Wil. Kulturonline.ch
traf die beiden Bühnenkünstler und TV-Stars vor der Aufführung zum
angeregten Garderoben-Gespräch.
Heisse und verfängliche Annäherung: Mirjam Radovic, Heinrich Schafmeister und Amor Schumacher (v. l.)
Schauspielerkollege Dietmar Pröll zeigte uns den Weg zu seinen Kollegen, die sich auch 40 Minuten vor Aufführungsbeginn gerne die Zeit für ein Gespräch nahmen. In einer leeren Garderobe konnten wir uns zuerst mit Heinrich Schafmeister zurückziehen. Eigentlich wollten wir in erster Linie über das Stück und Ensemble sprechen, doch schnell entwickelte sich speziell mit Heinrich Schafmeister ein spannendes Gespräch über ihren ersten Besuch jetzt in der Schweiz, von den politischen und wirtschaftlichen Auseinandersetzungen zwischen Deutschland und der Schweiz wegen dem verpatzten Steuerabkommen sowie bezüglich dem Fluglärm-Staatsvertrag von Zürich.
Leonard Lansink und Heinrich Schafmeister ist es
wahr, dass Sie im Rahmen dieser Tournée von «Oscar und Felix» erstmals in
der Schweiz weilen? Und welche Eindrücke haben Sie bisher sammeln können?
Leonard Lansink beim Gespräch.
Leonard Lansink: Ja, leider ergab sich vorher nie ein Engagement für uns in einer Tournée oder bei einer Theaterverpflichtung, um die Schweiz näher kennenzulernen. Ich bin heute mit meiner Frau Maren Muntenbeck (Anm. der Redaktion: sie ist Juristin von Beruf) nach dem Check-In im Hotel Swan21 durch die Obere Bahnhofstrasse hinauf zur Altstadt gelaufen. Der Charme der alten Häuserreihen und den Hof fanden wir sehr schön und idyllisch.
Heinrich Schafmeister: Mir ist schon bei der Einreise in die Schweiz, speziell auf der ersten Raststätte, wo wir einen Halt einlegten, aufgefallen, dass es hier sehr sauber ist. Faszinierend für mich ist übrigens auch die Feststellung, je südlicher wir von Deutschland aus in die Schweiz fahren, desto besser wird das Essen. Hier in Wil bin ich zum Bahnhof gelaufen und habe spontan im Migros Markt-Restaurant das Mittagessen eingenommen. Es war sehr köstlich. Die Schweiz hat in Deutschland immer noch einen ausgezeichneten Ruf, nicht zuletzt als Ferienland und dies trotz dem starken Schweizer Franken.
Aus finanzieller und
wirtschaftlicher Sicht hat sich aber auch in der Schweiz vieles verändert.
Wir spüren die Euro-Krise und stützen die europäische Währung durch
Euro-Zukäufe über die Schweizerische Nationalbank. Die Spannungen zwischen
der Schweiz und Deutschland nehmen zu. Vor wenigen Tagen hat der Deutsche
Bundesrat das Steuerabkommen der Regierung mit der Schweiz abgelehnt; und
auch der Fluglärm-Staatsvertrag steht auf «wackligen Füssen» …
Heinrich Schafmeister in Wil SG.
Heinrich Schafmeister: Sie haben recht, das nachbarschaftliche Verhältnis zwischen Deutschland und der Schweiz ist angespannt. Ich denke, die neu zu wählende Regierung muss einen Neuanfang bei diesen Themen machen. Generell ist auf unserer Tournée spürbar, dass die Leute mehr sparen, sich überlegen, für was sie ihr Geld ausgeben. Ich selber bin ja stark im Bundesverband der Film- und Fernsehschauspieler (BFFS), der Gewerkschaft für Schauspieler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, aktuell in den Tarifverhandlungen engagiert. Es stehen uns schwere Zeiten bevor. Aber ein Kompliment muss ich den Wilerinnen und Wilern machen, sie haben eine sehr schöne Tonhalle.
Leonard Lansink: Glücklicherweise können wir mit dem Stück «Oscar und Felix» die Besuchenden zum Lachen bringen und sie so von ihrem Kummer für kurze Zeit etwas ablenken.
Seit Frühling 2011 haben Sie nun die Komödie 165-mal
aufgeführt. Gab es nie Pannen oder einen Lachanfall?
Leonard Lansink: Ich mag mich spontan nicht an einen solchen Zwischenfall erinnern. Einen Lachanfall bei mir? Nein, das kann ich mir gar nicht vorstellen, denn ich habe keinen Humor (schmunzelt) ...
Heinrich Schafmeister: Doch, an ein Malheur erinnere ich mich in diesem Stück. Es gibt eine Szene, wo ich draussen im Gang hinter der Kulisse auf meinen Einsatz warte. Nochmalerweise sollte eine Hausglocke läuten, aber dummerweise hat der Tontechniker den falschen Knopf erwischt und drückte die WC-Spülung … - worauf Leonard als Oscar trotzdem rief … «komm rein!».
Was steht sonst Aktuelles an?
Leonard Lansink: In diesem Jahr habe ich vier Episoden von Privatdetektiv Georg Wilsberg abgedreht. Seit 1997 spiele ich in dieser erfolgreichen Serie einen kauzigen Ermittler in den Münster-Krimis im Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF), die auf den Büchern von Jürgen Kehrer basieren. Bis Anfang Dezember 2012 sind wir mit «Oscar und Felix» unterwegs, dann unterbrechen wir die Komödie wegen einer anderen Verpflichtung von Heinrich Schafmeister bis sie im Frühling 2013 in München und Essen wieder aufgenommen wird. Privat beschäftigen mich die Vorbereitungen wegen unserem Umzug von Berlin-Schöneberg nach Berlin-Friedrichshain, wo wir in einem Reihenhaus wohnen werden. Das war früher der alte Schlachthof von Berlin. Bei einer früheren Bewerbung um die Olympischen Sommerspiele hätte hier das Olympische Dorf entstehen sollen.
Heinrich Schafmeister: Ich muss die Tournée mit «Oscar und Felix» wegen einer anderen Verpflichtung in Düsseldorf unterbrechen. Vom 16. Januar bis 8. März 2013 habe ich mit Elke Winkens und Jens Knospe eine Hauptrolle in der Komödie «Es war nicht die Fünfte, es war die Neunte» von Aldo Nicolaj in der Regie von Helmuth Fuschl. Danach geht es in München im Haus der «Komödie vom Bayerischen Hof» weiter.
Leonard Lansink: Darf ich Ihnen auch eine Frage stellen? Wie sieht das hier in Wil mit dem Rauchen in Restaurants aus?
Kulturonline-Reporter: Es ist bei uns üblich, dass die Gäste draussen vor der Tür rauchen …
Leonard Lansink (leicht betrübt): … also dann habt ihr gleich strenge Sitten wie in Bayern! (Pause, überlegt und meint … ) Gut, dann trinken wir nach der Vorstellung noch ein Bier und gehen dann umgehend ins Bett.
Werdegang von Leonard Lansink und Heinrich Schafmeister
Der Film- und Bühnenschauspieler Leonard Lansik wurde am 7. Januar 1956 in Hamm in Westfalen geboren. Aufgewachsen ist er bei seinen Grosseltern in Gelsenkirchen-Rotthausen. Eigentlich studierte er zuerst Medizin, doch dann entschied er sich für die Essener Schauspielschule Folkwang. Verschiedene Engagement u. a. in Filmen wie «Eis am Stiel VII – Verliebte Jungs» und «Nur für eine Nacht». Lansink hat sich speziell den deutschen Krimiserien wie «Ein Fall für zwei», «SOKO 5113», «Polizeiruf 110», «Der letzte Zeuge» und «Tatort» verschrieben. Eine bedeutende Figur erwarb er sich in der Rolle des Privatdetektivs Georg Wilsberg im ZDF. Lansink ist zu einem politischen Menschen geworden: Im Jahr 2005 trat er während des Bundestagswahlkampfs in die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) ein und unterstütze diese Ideen in der Öffentlichkeit. 2009 wurde Lansink zum Mitglied der 13. Bundesversammlung gewählt. Im Jahr 2008 erhielt er die Auszeichnung «Best for bike», die fahrradfreundlichste Persönlichkeit des Jahres.
Schauspieler und Sänger Heinrich Schafmeister kam am 2. März 1957 in Essen zur Welt. An der Folkwang-Hochschule für Musik und Darstellende Künste lernte er Armin Rohde und Hansa Czypionka in seiner Klasse kennen. Eine erste grosse Verpflichtung hatte er am Theater in Aachen. Die Filmpremiere verzeichnete er in «Treffer» unter der Regie von Dominik Graf. Oft ist Schafmeister in Fernseh-serien wie «Die Camper», «Wilsberg» und «Wie erziehe ich meine Eltern» zu sehen. Bekannt wurde er zudem im Film «Comedian Harmonists», in welchem er den Sänger Erich A. Collin darstellte. Heinrich Schafmeister ist ehrenamtlich als Schatzmeister beim Bundesverband der Film- und Fernsehschauspieler (BFFS), der Gewerkschaft für Schauspieler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, aktiv und führt demnächst Tarifverhandlungen mit Vertragspartnern durch.
Zum Stück «Oscar und Felix»
Als Felix nach fünfjähriger
Ehe Knall auf Fall von seiner Frau Betty vor die Tür gesetzt wird, nimmt ihn
sein Freund Oscar gutmütig bei sich auf. Was am Anfang aussieht wie eine
ganz normale Männer-WG, entpuppt sich bald als beinahe eheliches Panoptikum,
mit dem einzigen Unterschied, dass das ewig wischende und putzende Heimchen
am Herd eben keine Frau, sondern ein Mann ist.
Doch ausser
Staubsauger, Luftwaschfilter und …
… diversen Kochutensilien
hat Felix alle nur erdenklichen Desinfektionssprays in seiner Aussteuer und
beginnt die Männerkiste gnadenlos zu zerputzen. Aus Oscars
originell-chaotischer Single-Behausung wird dank Felix´ unermüdlicher
Schaffenskraft ein steriler Musterhaushalt. Aus Oscars regelmässigen
verräucherten, chaotischen Pokerrundern mit ungeniessbaren
Sandwichvariationen werden keimfreie Dinnerpartys. Und auch für das
Rendezvous mit den beiden heissblütigen Spanierinnen aus dem oberen
Stockwerk haben die beiden ganz unterschiedliche Pläne…
Links über Schauspieler Leonard Lansink
Links über Schauspieler Heinrich Schafmeister
Weitere Infos zur Komödie «Oscar und Felix»
Komödie in der
Steinstrasse 23 in Düsseldorf
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Vom eigenen
Schicksal zwischen Faden und Schere sowie dem tödlichen Jenseits
Trotz zahlreichen
Tournéestücken ist sich die Clownin Gardi Hutter in ihren vielseitigen
Rollen treu geblieben, sie spielt mit Schalk und Tief-gang,
da wird selbst der (eigene) Tod technisch versiert nicht ausgelas-sen.
Das «Chällertheater im Baronenhaus Wil» lud Gardi Hutter als «Die
Schneiderin» (Regie von Michael Vogel) in die Tonhalle Wil ein, da sich
schon früh ein grosser Publikumsandrang abzeichnete, dabei richtete sie mit
grosser Schere an und eroberte sogar das Herz eines schüchter-nen
Mannes aus der Zuschauerreihe. Kulturonline.ch traf Gardi Hutter zum
Gespräch.
Gardi Hutter in der Rolle als «Schneiderin». Foto: zVg
Gardi Hutter war bereits
früher auf Tournée in Südamerika und kam aus Grenchen direkt nach Wil. Wenn
immer möglich will sie das jeweilige Publikum in der dort üblichen Sprache
ansprechen, sie lässt Text übersetzen und übt sie dann ein. In der Schweiz
hat sie quasi Heimvorteil – und doch die diversen, kindlichen Wortgebrummel
und Laute versteht man rund um die Welt.
Kulturonline.ch: Gardi
Hutter wie kam es zur Idee mit dem Stück «Die Schneiderin»
Gardi Hutter: Vor zehn
Jahren war ich auf einem Segeltörn und bekam ein Segeltuch geschenkt, da
wusste ich bereits, dass ich daraus ein Stück entwickeln wollte. Aber es
brauchte seine Zeit bis alle Ideen reif waren. Jetzt kommt das Segeltuch für
zwei Minuten am Schluss der Aufführung vor. An den Ideen arbeiten ich und
mein kreatives Team sehr lang und intensiv, wir entwerfen Vorgehensweisen
und verwerfen diese wieder. Manchmal beginnen wir wieder von vorn, aber die
Grundidee bleibt dennoch bestehen. Diese Prozesse dauern Tage, Wochen, ja
sogar Monate lang.
Welche
Elemente Ihrer Persönlichkeit finden sich in Ihren Figuren?
Gardi Hutter: Die Stücke
leben von Emotionen, die sind persönlich geprägt, aber sie sind nicht
privat. Alle Figuren sind auf die Spitze getrieben, erst das grösste Drama
wird lustig, ich suche dabei das Extreme. In meinem eigenen Leben mag ich
diese extremen Formen nicht, viel eher suche ich eine gewisse Gelassenheit.
Der Clown ist der grosse Scheiterer damit kann sich das Publikum
identifizieren.
Sie wirken wenige Momente vor der Aufführung ruhig. Kennen Sie Lampenfieber? Wie bereiten Sie sich vor?
Gardi Hutter: Etwa eine
Stunde vor Aufführungsbeginn kommt in mir ein innerer Wecker, dann
konzentriere ich mich auf die Rolle, die Abläufe … - und dann bin nicht mehr
ansprechbar. Körperlich und stimmlich beginnt so mein Training vor dem
Auftritt. Für diese Rolle muss ich physisch beweglich sein. Kritisch ist zum
Beispiel ein Sturz in einen Kübel. Dieser Sprung muss gelingen, sonst plagen
mich anschliessend starke Rückenschmerzen, daran habe ich lange geübt. Bis
vier Stunden vor Aufführungsbeginn esse ich nichts mehr. Es ist eigentlich
eine sportliche Darbietung über 75 Minuten.
Sie sind oft als
Familienmensch (Anm. der Red.: Die erwachsenen Kinder sind inzwischen
ausgeflogen; und von ihrem geschiedenen Ehemann Ferruccio Cainero, bekannt
von seinen amüsanten Schilderungen am Schweizer Radio DRS 1) oft unterwegs
und übernachten in Hotels. Kommt da nach den Vorstellungen nicht manchmal
die grosse Einsamkeit in Ihnen hoch?
Gardi Hutter: Ja, dieses
Gefühl kenne ich und solche Momente sind brutal. Irgendwie gehört diese
Situation aber zum Beruf. Sie ist eine Herausforder-ung;
und es ist wichtig wie man damit umgeht. Der Applaus während der Show ist so
betrachtet gefühlsmässig zu viel und dann in der Stille des Hotelzimmers ist
alles zu wenig. Als Persönlichkeit muss man in solchen Augenblicken stabil
sein, sonst ist man in diesem Beruf nicht am richtigen Platz. Man muss es
einfach aushalten lernen.
Welches Projekt steht für
die Zukunft an?
Mit Sandra
Studer und Michael von der Heide plane ich wieder ein Musical für 2013.
Vielen Dank für das Gespräch!
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Eine Link-Empfehlung von Kulturonline:
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