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Auf den Brettern, die die Welt bedeuten

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Tonhalle Wil

Der legendäre Kassenschlager «Charlies Tante»: Schlager-Komödie erobert auch die musikalischen Herzen!

 

Wenn Männer in Damen-Kleider steigen, dann wird es heiter bis «Unterhosen obszön»! Lustig war jedenfalls die Schlager-Komödie von «Charlies Tante»; und lustig zu beobachten waren die Reaktionen der jungen Theaterbesuchenden, wenn die «älteren Semester» die Hits von früher mitsangen, Wort für Wort, Strophe um Strophe. Das Ensemble vom Grossstadt Entertainment mit den Pro-duzenten Oliver Meier und Frank Sitter und in der Regie von Jan Käfer hatten ein gutes Szenen-Gefühl, denn passend zur witzigen Geschichte sangen die Darstellenden Hits aus den 60-er und 70-er Jahren wie «Siebzehn Jahr blondes Haar» von Udo Jürgens, «Eine Mark für Charlie» von Wencke Myhre, «Er war gerade 18 Jahr» von Dalida, «Ich zähle täglich meine Sorgen» von Peter Alex-ander, der seinerzeit auch im gleichnamigen Film zu bewundern war. Das Wiler Publikum unterhielt sich köstlich, viele Lacher gab es und am Schluss wurden die Künstlerinnen und Künstler, die sich sogar an  die regionalen Verhältnisse anpassten, mit grossem Applaus gewürdigt. Es war ein köstlicher Abend, der bei manchen Personen schöne (gesangliche) Erinnerungen an früher weckte. «Charlies Tante» sei Dank!

charliest1600.jpg Finale!Zum Schluss sind alle «entlarvt». Szenenbild aus «Charlies Tante» von der Aufführung vom 29. November 2013 in der Tonhalle in Wil.                                         (c) Foto: ROPO/MuA

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www.theaterhits.de

«Charlies Tante» ist eine der erfolgreichsten Komödien weltweit – sie eroberte den Broadway im Sturm und feierte über 1’500 Vorstellungen im Londoner West End. Kein Wunder, dass der grandiose Komödien-Stoff zu berühmten Verfilmungen in-spirierte: Heinz Rühmann und Peter Alexander schlüpften dafür in Frauenkleider – und jetzt lernt Charlies Tante das Singen! Die neue Schlager Komödie «Charlies Tante» hat die besten Kultschlagern aus den 60-er und 70-er Jahren im Programm. Insgesamt wurden rund 20 Super-Hits wie «Er hat ein knallrotes Gummiboot», «Die Liebe ist ein seltsames Spiel», «Eine Mark für Charlie» und noch viele, viele mehr in die Handlung eingearbeitet.

Zur eigentlichen Geschichte

Es beginnt alles damit, dass sich der Student Charlie mit einem Mädchen verab-reden möchte – aber dafür braucht er eine Anstandsdame. Doch die vorgesehene Anita Lucia Carmencita Gonzales (Charlies Tante aus Mexiko) sagt kurzfristig ab - also muss ein Freund von ihm, als Frau verkleidet, die Rolle der Tante spielen. Dank dieser Idee nimmt das amüsante Verhängnis seinen Lauf...

Als Darsteller ist unter anderem Musicalstar Oliver Grice mit dabei. Er sorgte u. a. als Premierenbesetzung des Timon in «Disneys König der Löwen» in Hamburg Musical-Produktion für ausverkaufte Vorstellungen. In «Charlies Tante» spielt er mit dem Admiral von Schneider, den Vater von Charlie. Fazit: Eine Show für die ganze Familie!

Grossstadt Entertainment Paderborn

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Kurz vor der Hochzeit, doch dann ... Von links: Anne Weinknecht, Günter Baumann und Miriam Strübel                                                                                      (c) Foto: ROPO/MuA

Theater Biel Solothurn in Wil mit «Viel Lärm um Nichts» - eine entlarvende Komödie von William Shakespeare

 

Theater aus Leidenschaft. Das Theater Biel Solothurn gastierte erstmals in der Tonhalle Wil (ihr Theaterhaus, übrigens das älteste der Schweiz, wird gerade renoviert und so geht die Gruppe auf Tournée!) und zeigte das anspruchsvol-le Stück «Viel Lärm um Nichts» von William Shakespeare in einer unterhalt-samen Aufführung von Katharina Rupp. In dieser Darstellung glänzte «Shakes-peare» mit seinen geschichtlichen, verschobenen Vorgaben in einer eigenwil-ligen und neuzeitlichen Komödie. Zwischen Abenteuer, Liebe und Tod – ja und in einer «irdisch-manipulierten Auferstehung», so könnte man den Ver-lauf der modernisierten Geschichte auch beschreiben. Faszinierend die ra-santen Wortgefechte und witzigen Formulierungen, gerne hätte man sie auf-geschrieben. Elf erfahrene und talentierte Darstellerinnen und Darsteller, darunter Barbara Grimm, Günter Baumann, Anne Weinknecht, Urs Fabian Winiger und Jan-Philipp Walter Heinzel, kamen – selbst in den Zuschauer-reihen – wunderbar in Schuss und amüsierten das Publikum köstlich. Die Auf-führung dauerte zwei Stunden, doch diese verflogen in diesem Tempo auf der Bühne im Nu. Zum Schluss gab es einen langen und starken Applaus für die eindrückliche Leistung!

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Zur Geschichte. Im sizilianischen Messina ist der Krieg zwischen den Brüdern Don Pedro und Don Juan endlich entschieden. Doch kaum kehren die Männer ins heimische Paradies zurück, beginnt der Krieg der Geschlechter: Da sind zum einen die überzeugten Singles Beatrice und Benedikt, die einander und der Welt in schlagfertigen und äusserst scharfzüngigen Wortgefechten kundtun, was sie von dem jeweils anderen halten, nämlich: nichts!

Und da sind die Verliebten Claudio und Hero, deren grosse Gefühle füreinander durch eine fiese – eigentlich jedoch leicht zu durchschauende Intrige – völlig aus dem Gleichgewicht geraten ... Doch Shakespeare wäre nicht Shakespeare, trotzte er nicht selbst den vertracktesten Situationen durch Tricks und doppelte Böden noch ein Happy End ab!

Shakespeares Komödien …

… sind nicht nur aberwitzige und raffiniert gebaute Verwirrungsmaschinen. Sie sind auch grandios-groteske Schilderungen über die Unmöglichkeit der Liebe und die Lächerlichkeit des Menschseins. Er lässt uns tief in die Seelen seiner Figuren blicken, in die unendlichen Abgründe, die dort verborgen liegen. Wenn der Bruder den Bruder hasst; wenn eifrig intrigiert wird; wenn zwei Menschen wie Benedikt und Beatrice gegen ihre Neigung zu einem Paar gemacht werden, weil die Ge-sellschaft es sich so ausgedacht hat. Dann wird klar, dass auch «Viel Lärm um nichts» uns hinter der Komödie noch viel über die Welt erzählen kann.

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Zum grossen Finale: Ende gut, alles gut!                             (c) Fotos: ROPO/MuA

«Hübsches Drama»

Der Shakespeareforscher Harold Bloom schreibt zu diesem «hübschesten nihilis-tischen Drama», Beatrice und Benedikt hielten sich mit der Klinge des Witzes die drohende Sinnlosigkeit vom Hals. «Sie machen viel Lärm um nichts, weil sie wissen, dass von nichts nichts kommt, und so fangen sie immer wieder zu reden an.»

William Shakespeares (1564-1616) Komödien und Tragödien gehören zu den be-deutendsten und am meisten aufgeführten und verfilmten Bühnenstücken der Weltliteratur. Sein überliefertes Gesamtwerk umfasst 38 Dramen und zahlreiche Versdichtungen, darunter einen Zyklus von 154 Sonetten. Die Aufführung stammt vom Theater Biel Solothurn. Regie führt Katharina Rupp und für Bühne und Ko-stüme ist Karin Fritz verantwortlich.

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Die neue CD «Its Swing Time» von Pepe Lienhard & Big Band ist da!

itscd.jpg 15 Welthits sind auf dem Album «It's Swing Time».

Beschwingte Welthits lassen das begeisterte Publikum und die Fans in Erinnerungen schwelgen

Im Rahmen der Schweizer Tournée von Pepe Lienhard und seiner Big Band wurde auch die CD «It's Swing Time» aufgenommen. Nicht weniger als 15 Lieder dokumentieren einmal mehr die ausserordentliche Qualität und Musikalität dieser Ausnahme-Könner. «Tuxedo Junction», «Unforgettable», «The Preacher», «O Sole Mio», Is It A Crime», «Moanin», «Georgia On My Mind» und das legendäre Stück «As Time Goes By» u. v. m. sind auf diesem wertvollen Album zu hören. Die gleichnamige Tour war ein super Erfolg und mit der CD «It's Swing Time» kann das Publikum und die Fans noch weiter in Erinnerungen schwelgen.

Hier geht es zur Homepage von Pepe Lienhard und zum CD-Shop

www.pepelienhard.ch

www.musical.ch

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Grosser Applaus für Wahl-Thurgauer Pepe Lienhard (r) mit seiner Big Band und seinen musikalischen Gästen im Pentorama in Amriswil.                               (c) Foto: ROPO/MuA

Pepe Lienhard Tour «It’s Swing Time» mit Heimvorteil und Standing Ovation im thurgauischen Amriswil

Pepe Lienhard ist mit seiner 17-köpfigen Big Band auf erfolgreicher Schweizer Tournée. Seit zwei Jahren lebt Pepe Lienhard mit seiner Frau Christine und Schäferhund Garou in einem Bauernhaus in Frauenfeld. Das Konzert «It’s Swing Time» in Amriswil brachte ihm quasi ein Heimvorteil und die hervorragenden musikalischen Auftritte eine folgerichtige Standing Ovation.

Songs auf höchstem Niveau, dargeboten von engagierten Topmusikern und ihre genialen Soloauftritte, Welthits en masse, die sympathische Ausstahlung und die Anwesenheit von Paola Felix unter den VIP-Gästen (sie erhielt viel Applaus bei der Ehrung und zudem bei der Würdigung von seinem Freund Kurt Felix, sie machten viele Fernsehshows zusammen) … - all dies machte den Abend unvergesslich.

Klassiker erhalten viel Applaus

Welthits wie «In The Mood», «Me & Mrs Jones», «The Midnight Sun Will Never Set», «Moonlight Serenade», «Sing, Sing, Sing», «Unforgettable», «Volare» und viele andere mehr begeisterten. Zu den Starauftritten trugen auch die Sängerinnen und Sänger wie Dorothea Lorene, Stevie Woods, Pino Gasparini sowie die Mitglieder von The Voice, Stefanie Suhner, Brigitte Wullimann, Micha Dettwyler und Sämi Zünd viel bei.

Mehr zur Tournée

„It’s Swing Time” für Pepe Lienhard und seine 17-köpfige Big Band: Noch bis zum 15. November tourt der populäre Schweizer Bandleader mit seinem hochkarätigen Orchester durch die helvetischen Konzerthallen und zelebriert Big-Band-Sound auf allerhöchstem Niveau. Auf der Playliste stehen Kompositionen von Glenn Miller, Duke Ellington, Quincy Jones, Benny Goodman, Count Basie u.v.a. Gemeinsam mit dem virtuosen Gesangsquartett „The Voices“ und seinem langjährigen musikalischen Gefährten Pino Gasparini garantieren Pepe Lienhard und seine Big Band für ein Konzerterlebnis der Extraklasse. Als Special Guests mit dabei sind die beiden amerikanischen Soul-Sänger Dorothea Lorene und Stevie Woods.

www.pepelienhard.ch

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VIP-Aufmarsch in der Tonhalle Wil SG

Ein Balanceakt: «Die zwölf Geschworenen» - zwischen Recht und Unrecht

12geschw.jpg Heikle Entscheidung ... (Foto zVg)

Todesstrafe oder Freiheit. Eine heikle Entscheidung, die über 2 ½ Stunden unter den Geschworenen ausdiskutiert werden musste. Die Deutsche Drama-tisierung von Horst Budjuh und in einer Fassung des Berliner Kriminal Thea-ters von Wolfgang Rumpf hat das Wiler Theaterpublikum gut angesprochen. Zahlreiche aktive und ehemalige Gemeindepräsidenten, Juristen und Sozial-arbeiter liessen sich diese anspruchsvolle Aufführung nicht entgehen. An die Schauspielenden wurden hohe Anforderungen beim Auswendiglernen des Stücks «Die zwölf Geschworenen» gestellt. In der Pause gab es deswegen viele Komplimente. Ein langer Applaus würdigte am Schluss die eindrückliche Darbietung, die nahe an der gleichnamigen Verfilmung von Sidney Lumet aus dem Jahr 1957 stand.

www.tonhallewil.ch

www.kriminaltheater.de

http://www.moviepilot.de/movies/die-zwoelf-geschworenen

Ein packendes Kriminalstück von Reginald Rose. Mit dem Berliner Kriminal-theater traten in der Tonhalle Wil auf … Katrin Martin, Katharina Luck, Maria Jany, Sandra Steinbach, Bibiana Malay, Karl-Heinz Barthelmeus, Thomas Hailer, Mario Krüger, Matti Wien, Thomas Linke, Wolfram von Stauffenberg und Klaus Rätsch. Spannung um viele menschliche Gedanken und Aspekte! Der Spielfilm von 1957 zu dieser Geschichte wurde mit Star-Besetzung weltberühmt.

Zum Inhalt: Es ist der heisseste Tag des Jahres. Ein Gewitter liegt in der Luft. An diesem Tag findet der letzte Tag eines schwerwiegenden und an sich eindeutigen Mordprozesses mit schier erdrückender Beweislast statt: Ein 17jähriger aus einem Slumviertel hat im Streit seinen Vater mit einem extrem auffälligen Springmesser erstochen.

Die Anklage präsentierte …

… zwei glaubhafte Zeugen. Beide haben den Jugendlichen bei der Ausführung der Tat beobachtet und ihn kurz darauf wegrennen gesehen. Reginald Roses Stück «Die zwölf Geschworenen» setzt mit dem Ende der Verhandlung ein, als sich die Geschworenen zur Beratung zurückziehen.

Wir lernen zwölf New Yorker Männer und Frauen völlig unterschiedlichen Charak-ters und Temperaments kennen, deren einzige Gemeinsamkeit es ist, bestimmt worden zu sein, in diesem Mordprozess einen einstimmigen Schiedsspruch zu fällen. In einem engen, von der Aussenwelt abgeschlossenen Raum beraten sie darüber. Da der Fall eindeutig ist, wird mit einem raschen Ende der Sitzung ge-rechnet.

Gefahrvolle Einigkeit

Elf der Geschworen sind sich sofort einig: Der Angeklagte ist schuldig. Einer je-doch stellt sich gegen die Mehrheit: Er hat einen «begründeten Zweifel» und plädiert deshalb für nicht schuldig. Die Entscheidung über Leben und Tod eines Menschen ist ihm mindestens eine faire Diskussion wert.

Das Unverständnis der Mitgeschworenen ist gross. Sie versuchen, den Zweifler mit mehr oder weniger stichhaltigen Argumenten von ihrem Schuldspruch zu über-zeugen. Detailgenau werden noch einmal die Zeugenaussagen besprochen, die Tatwaffe erneut betrachtet, ebenso wie der Tatort-Plan und das Motiv. Und plötz-lich, nach genauerer Analyse, scheinen die Beweise keineswegs mehr eindeutig. Die hitzigen Gemüter stossen aufeinander, Reibereien, Streitigkeiten bestimmen die Diskussion. Die Atmosphäre im Raum ist zum Zerreissen gespannt. Doch nach und nach wird die harte Mauer der Vorurteile und schnellen Schlussfolgerungen brüchig ... - Wie hoch ist das Risiko, einen Unschuldigen hinrichten zu lassen?

Die Regie führte Wolfgang Rumpf, die Ausstattung besorgte Manfred Bitterlich.

www.tonhallewil.ch

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Tonhalle Wil (St. Gallen) erfolgreich in die neue Saison 2013/2014 gestartet

«Zusammen ist man weniger allein» mit Mut zur Haut

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Eine aussergewöhnliche Wohngemeinschaft mit Hindernissen. Szene aus der Ko-mödie «Zusammen ist man weniger allein».                                      (c) Fotos: ROPO/MuA

Es war nicht ganz klar, ob es sich wirklich um eine Komödie handelt oder eher um ein gesellschaft-kritisches Schauspiel. «Zusammen ist man weniger allein», die Komödie nach dem Roman von Anna Gavalda, berührte durch das Thema des Älterwerdens, durch die Hochs und Tiefs im Leben sowie die Achterbahn der Gefühle, wenn es um Liebe geht. Nacktheit gab es auch. Lange brauchte es, ehe das Wiler Tonhallen-Publikum zu klatschen bereit war. Lacher kamen wegen dem schwierigen Thema – und vielleicht wegen der eigenen Betroffenheit – erst spärlich. Oder waren die vielen, einzelnen Szenen zu kurz hintereinander, um zu applaudieren? Die Schauspielenden liessen sich deswegen nicht aus der Ruhe bringen. Bravo!

www.tonhallewil.ch

www.a-gon.de

www.ursuladirichs.de

www.katharina-puetter.de

www.ottokarlehrner.de

Lutz Bembenneck

Adela Florow

Trailer zu «Zusammen ist man weniger allein»

Die Aufführung von a.gon, München und mit den Darstellenden Ursula Dirichs, Ottokar Lehrner, Lutz Bembenneck, Katharina Pütter sowie Adela Florow war keine einfache Kost. In viele Rollen und Situationen konnte man sich selber als Zuschauer einfühlen.

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Die Malerin und Putzfrau Camille (Katharina Pütter) und Philibert, Historiker und Post-kartenverkäufer (Lutz Bembenneck) motivieren sich gegenseitig.

Im Kampf um den Schöhnheitswahn bei alt und jung

Ergreifend waren die Szenen um Ursula Dirichs, die trotz ihrem höheren Alter von 78 Lenzen tüchtig und mutig auf der Bühne steht, obwohl sie manchmal auf wak-keligen Füssen stand und man Angst hatte, sie fallen zu sehen. Sie hatte einen starken Willen, kämpfte mit sich und ihrer schwierigen Rolle als Paulette, Francks Grossmutter, die vorher wegen einem Unfall in einem Altersheim lebte und dann auf Initiative von Katharina Pütter als Camille in die turbulente und eigenwillige Wohngemeinschaft wechseln durfte. Mutig die Bereitschaft, dass sich Ursula Dir-ichs, oben knapp bekleidet rücklings zum Publikum gewandt, waschen liess. Was für ein spontaner (verbaler) Ruck ging durch die Reihen, als sich in dieser Szene Katharina Pütter oben ganz entblösste. Amüsant dabei die Äusserung eines Paares aus dem Publikum, als es mit Bekannten zum Ausgang strömte: «Dieses Stück bot inhaltlich viel, auch für die Augen für Männer und Frauen!».

Die Schauspielenden und übrigen Mitwirkenden zeigten in dieser Inszenierung von Stefan Zimmermann und mit einem Bühnenbild sowie mit Kostümen von Monika Maria Cleres eine starke Leistung über 150 Minuten. Gut gibt es Theaterrollen für ältere Menschen.

Zum Inhalt der Komödie «Zusammen ist man weniger allein»

Philibert, von verarmtem Adel, ist zwar ein historisches Genie, doch wenn er mit Menschen spricht, gerät er ins Stottern. Camille, magersüchtig und künstlerisch begabt, verdient sich ihren Lebensunterhalt in einer Putzkolonne, und Franck schuftet als Koch in einem Feinschmeckerlokal. Er liebt Frauen, Motorräder und seine Grossmutter Paulette, die keine Lust aufs Altersheim hat. Vier grundver-schiedene Menschen in einer verrückten Wohngemeinschaft, die sich lieben, strei-ten, bis die Fetzen fliegen, und versuchen, irgendwie zurecht zu kommen. In einer Art umgekehrtem Domino-Effekt helfen sich die vier gegenseitig auf und mei-stern so Alltagsprobleme wie Älterwerden, Scheidungen, Einsamkeit, Liebeskum-mer – das ganz normale Lebenschaos. Ein modernes und turbulentes, mit zärt-lichem Humor erzähltes Grossstadtmärchen über jenes komplizierte Gefühl, das wir Liebe nennen. Und eine charmante Komödie und sensible Lovestory, die das Leben auf zauberhafte Weise ernst nimmt – mit einem Lächeln.

www.tonhallewil.ch

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Archiv Tonhalle Wil 2012/2013

Schauspieler und TV-Star Horst Janson spielte «Der alte Mann und das Meer» vor ausverkaufter Tonhalle Wil - Eine aussergewöhnliche Begegnung!

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Das Publikum schenkte grossen Applaus in der Tonhalle Wil. Marie-Luise Gunst als Bar-frau/Sängerin, Peter Menden als Manolo und Horst Janson (v. l.) als Santiago im Fischer-boot.                                                                                                                      (c) Fotos: ROPO/MuA 

Hemingway im Roman «Der alte Mann und das Meer»: «Man kann vernichtet werden, aber man darf nicht aufgeben!»

Im Hotel Schwanen/Swan 21 in Wil treffen wir den deutschen Schauspieler und TV-Star Horst Janson. Trotz seinen 77 Lebensjahren wirkt er jugendlich, neugierig und attraktiv. Über Jahrzehnte hat er die Rollen als Jugend- und Schönheitsidol mit Leichtigkeit perfekt in Spielfilmen, in TV-Serien und auf der Bühne inszeniert. Seine sympathische Ausstrahlung und sein legeres Auftreten sind echt. «Das Alter steht mir gut. Jetzt kann ich „den alten Mann“ im Hemingway-Stück „Der alte Mann und das Meer“ realistisch und einfühlsam spielen», sagt Horst Janson im Gespräch mit Kulturonline.ch. Die Aufführung in der Tonhalle wurde vom Ostschweizer Publikum begeistert aufgenommen.

Horst Janson kann sich mit dem kubanischen Fischer Santiago im Werk von Ernest Hemingway identifizieren. Selbst in grösster Not weiterzukämpfen und durchzuhalten machen Wert und Würde eines Menschen aus. «Das Älterwerden geht nicht spurlos vorbei, mal hat man da ein Zwick, mal tut es da weh, Körperteile nutzen sich ab und müssen ersetzt werden. Wichtig ist, dass man möglichst gesund und geistig beweglich bleibt, dafür darf man danke sagen. Die körperliche Beweglichkeit ist für mich bedeutungsvoll und ich mag an mir kein grosses Klagen, wenn es mal im Rücken oder sonst wo schmerzt.» Horst Janson musste vor einiger Zeit eine Hüftoperation durchführen; und vor Jahren, bei einem Theaterauftritt in Winterthur, bekam er Zahnprobleme. Seither hat er diesen Zahnarzt mehrmals besucht und achtet auf die zahnmedizinische Prophylaxe, die in seiner Jugendzeit in Deutschland vernachlässigt wurde. Man hatte in den 30- und 40-er Jahren ganz andere Sorgen.

Eine Parabel über den Daseinskampf des Menschen

Ernest Hemingway bekam für den Roman «Der alte Mann und das Meer» zwei Jahre nach der Veröffentlichung im Jahr 1954 den Nobelpreis für Literatur. Dabei handelt es sich um eine Parabel über den Daseinskampf des Menschen. Der alte Mann führt einen heroisch-tragischen Kampf: Er gewinnt und verliert zugleich. In der Analyse mit seiner ökonomischen Existenzgrundlage unterliegt er, weil dauernd Haie seinen gefangenen Fisch zerfetzen und fressen, dennoch bleibt er der moralische Sieger, weil der Fischer Santiago nicht aufgibt: «Man kann vernichtet werden, aber man darf nicht aufgeben», heisst es im Werk.

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Manolo, dargestellt von Peter Menden (links), hört den Fischerabenteuern von Santiago, der alte Mann, gespielt von Horst Janson aufmerksam zu.

«Auch ich hatte – trotz den Erfolgen als Schauspieler – in meinem Leben Hochs und Tiefs. Selbst ich kenne sogenannte „Immobilien- bzw. Banken-Haie“, die mir das Geld abgejagt haben» gibt Horst Janson lachend zu und fügt bei: «Sehen Sie, ich habe einen wunderbaren Beruf. Die Schauspielerei, die ich mit viel Spass und Leidenschaft auslebe, kann man bis ins hohe Alter ausüben. Viele attraktive Verpflichtungen in Filmen und Serien haben mich über die Jahre in zahlreiche Länder geführt. Mich haben die Reisen immer fasziniert, ich konnte so Land und Leute kennenlernen und dies mit dem Filmemachen ideal verbinden. Reisen bildet und ich habe viel gesehen und erlebt. Ich blicke nach vorn, nicht zurück.»

Seine vielen Auszeichnungen, darunter ein «Goldener Otto» der Jugendzeitschrift «Bravo» (1973) und der Zuschauerpreis «Bambi» (1974), befinden sich in seinem Büro, auf die er noch heute stolz ist.

Familienleben, soziales Engagement und das Verhältnis Schweiz-Deutschland

Auch das Familienleben ist für Horst Janson wichtig. Janson war in erster Ehe mit der Schauspielerin Monika Lundi verheiratet. Heute lebt er mit seiner zweiten Ehefrau Hella Ruthardt und seinen zwei volljährigen Töchtern Laura-Maria und Sarah-Jane, beide sind Schauspielerinnen geworden, in Grünwald bei München.

Horst Janson ist auch in vielen sozialen Projekten engagiert, so unter anderem für die Peter Maffay-Stiftung, auch spielte er sehr erfolgreich in zwei Filmen über Demenz mit oder sammelt Geld bei sozialen Aktionen am Markt von München.

Zum aktuellen Verhältnis Deutschland-Schweiz sieht er die Situation wegen dem Wahlkampf in Deutschland gelassen. «Die gesetzlichen Rahmenbedingungen müssen beachtet werden, gerade bei Steuernhinterziehungen. Das Image der Schweiz in Deutschland ist nach wie vor hervorragend. Die Schweizerinnen und Schweizer werden geschätzt und das Land ist ja wunderschön. Ein Beitritt der Schweiz in die Europäische Gemeinschaft (EU) ist nach meinem Ermessen nicht notwendig. Mit ihren Entscheidungen – seit 1291 – stand die Schweiz immer richtig. Die vielen Vorschriften aus Brüssel gehen auch in Deutschland langsam gegen den Strich. Gefährlich ist mir die private Wasserversorgung, da darf kein Missbrauch geduldet werden. Deutschland, Österreich und die Schweiz haben mit dem Bodensee eine gemeinsame und wertvolle Wasserquelle zu der man Sorge tragen muss», erklärt Horst Janson kritisch und mit Weitblick.

3'000 Petflaschen als Meer

Die Erzählung «Der alte Mann und das Meer» wurde mehrfach verfilmt: 1958 mit Spencer Tracy und unter anderem 1989 als TV-Film mit Anthony Quinn. Gespannt war man im Jahr 2010 auf die Bühnenfassung, die recht anspruchsreich war. Mit der Moderation und mit dem Gesang der Barfrau/Sängerin, dargestellt von Marie-Luise Gunst, sowie mit einer vierköpfigen Musikgruppe konnte ein wertvoller spielerischer Rahmen auf der Bühne abgesteckt werden, der sofort vom Publikum positiv aufgenommen wurde. Jens Hasselmann, der musikalische Leiter, hat die schönen und kubanisch angehauchten Lieder passend zum Stück geschrieben. Der Junge Manolo, welcher den alten Mann verehrt und ihn als Vorbild sieht, spielt Peter Menden. Menden kommt in dieser Rolle einfühlsam zur Geltung. Das Publikum ist auf seiner sozial-engagierten Seite und leidet manchmal in den schwierigen zwischenmenschlichen Szenen mit. Die Bühnen- und Lichtkonzepte stammten von Rolf Spahn. Ein genialer Einfall war, dass das Meer mit 3'000 Petflaschen dargestellt wird. Darunter und seitlich verbirgt sich eine elektrische Lichterkette, die einmal das blaue Meer widerspiegelt, dann bei der Haiattacke in dramatischer Art und Weise blutrot erscheint.

Die Uraufführung fand am 30. Juli 2010 als Open Air-Aufführung im Theater an den Leuchttürmen am Kap Arkona auf Rügen statt. Das Tourneetheater mit «Der alte Mann und das Meer» vom Euro-Studio Landgraf und Theater im Rathaus Essen dauert bis Frühjahr 2013 und wird dann nach der Sommerpause im Herbst 2013 fortgesetzt. Gespräche laufen zudem für Horst Janson bezüglich einigen Fernsehprojekten, die allerdings noch nicht unterzeichnet sind.

jansondreib25906.jpg Horst Janson staunte ...

... über die herrlichen Verzierungen und Wandgemälde in der Wallfahrtskirche Maria Dreibrunnen bei Wil-Bronschhofen.                                                          (c) Foto: ROPO/MuA

Kaum in Wil SG angekommen machte sich Horst Janson, nach dem Zimmerbezug im Hotel Schwanen, auf zur Entdeckungsreise durch die Altstadt von Wil. Ein Höhepunkt seines ersten Besuches in dieser Region war der Besuch der Wallfahrtskirche Maria Dreibrunnen, unweit von Wil-Bronschhofen. Diese kath. Kirche diente schon öfters Schweizer Filmproduktionen.

Links:

www.tonhallewil.ch
www.horstjanson.de
Infos zu Horst Janson über Google
Horst Janson in Wikipedia
Konzertdirektion Landgraf
Homepage der Stadt Wil im Kanton St. Gallen
Wallfahrtskirche Maria Dreibrunnen bei Wil-Bronschhofen

Im Hotel Schwanen in Wil SG übernachten regelmässig zahlreiche Prominente aus Wirtschaft, Politik und Kunst. Darunter waren neben Schauspieler Horst Janson, Pierre Brice, Karin Dor, Claus Biederstaedt und viele andere.

www.hotel-schwanen.ch/

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Archiv Kulturonline.ch

«Standing Ovations»: Das «Rain Man»-Ensemble beeindruckte das Publikum in der Tonhalle Wil – Interview mit «Schauspiel-Zehnkämpfer» Rufus Beck

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Die enorme schauspielerische Leistung von Karl Walter Sprungala (links) und Rufus Beck in «Rain Man» wurde vom Publikum bestaunt. (c) Fotos: ROPO/MuA  

Im Spiegelbild der Autismus-Krankheit - Das Kulturonline-Interview mit Rufus Beck

Der Spielfilm «Rain Man» von Barry Morrow hat es vorgemacht, seit dem 23. September 2010 ist nun auch das Ensemble vom Alten Schauspielhaus Stuttgart mit den Hauptdarstellern Rufus Beck als Charlie Babbitt und Karl Walter Sprungala als sein handicapierter Bruder Raymond Babbitt erfolgreich auf Tournee. In der Tonhalle Wil bekamen sie für ihre hervorragenden darstellerischen Leistungen am Schluss in der 110. Aufführung «Standing Ovations». Kulturonline.ch traf Rufus Beck, der zudem als Regisseur, Produzent, Sänger und Sprecher von Hörbüchern berühmt ist, zum offenen Gespräch über Erfahrungen mit dem Publikum, Emotionen und über die Krankheit Autismus.

www.tonhallewil.ch

Rufus Beck, Sie sind ein enorm tüchtiger «Zehnkämpfer der darstellenden Künste». Sie sind in so vielen Fächern zu Hause und dies seit Jahrzehnten. Sie mach(t)en Zirkus, Theater, Film, Musicals, Spektakel und One-Man-Shows. Gibt es Erfahrungswerte zwischen dem Publikum in der Schweiz, Deutschland und Österreich, wo Sie jetzt mit diesem Stück unterwegs waren?

 

Rufus Beck: Das Publikum unterscheidet sich tatsächlich. Diese Differenz kann möglicherweise mit der Sprache zusammen hängen. Karl Kraus sagte einmal: «Das Einzige, was uns (Schweizer,) Österreicher und Deutsche trennt, ist die deutsche Sprache». Die Schweiz als mehrsprachiger Staat hat da eine ganze wichtige Ausgangslage. Dass dieses friedliche Miteinander – trotzt den vier Landessprachen und seit Jahrhunderten – möglich ist, ist hervorragend. Das Publikum in der Schweiz ist reservierter, ruhiger und erst am Ende der Aufführung merkt man, ob ihnen das Stück gefallen hat oder nicht. In Deutschland ist das Publikum lauter und spontaner. Auch die Schnelligkeit der Sprache hat in Österreich und in der Schweiz einen nicht zu unterschätzenden Einfluss.

 

Das Stück «Rain Man» ist für die Darsteller eine enorme Herausforderung? Gibt es dabei Passagen, die schwierig in der Umsetzung sind?

 

Rufus Beck: Es gibt Punkte im Stücke, die ich direkt ansteuere, wo ich emotional hinkommen möchte. Ich denke hier an die Schlussszene, wo sich Charlie Babbitt von seinem Bruder Raymond verabschiedet. In dieser Situation ist Charlie zum ersten Mal traurig. Es scheint so, dass es sich dabei um eine tiefe, kindliche Trauer handelt. Er spürt, dass er mit seinem Bruder jetzt endgültig alleine ist, weil die Eltern gestorben sind. Diese Szene gelingt mir nicht immer, aber ich strebe die emotionale Betroffenheit an, die auch das Publikum mitfühlt. Zuerst hat man ja von Charlie Babbitt den Eindruck, er sei ein «Riesenarschloch» und am Ende kommt der feinfühlende Mensch und Bruder eindrücklich zur Geltung.

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Die unterhaltsam und berühmt gestöhnte Bettszene mit Jo Kern, Rufus Beck (unter der Bettdecke) und Karl Walter Sprungala.

Rufus Beck, Sie haben mit diesem Stück und Ihrer Rolle eine wichtige Aufklär-ungsarbeit im Verständnis von der Krankheit Autismus übernommen. Werden Sie dabei – neben dem interessierten und allenfalls betroffenen Publikum – auch von den Fachleuten wahrgenommen und angesprochen? Was lernen Sie selber da-raus?

 

Rufus Beck: In der Tat. Auch ich selber lerne ja immer von jedem Stück, auch von «Rain Man», etwas für mein eigenes Leben. Ein Beispiel: Vor zwei Tagen war ich in einem Lokal, wo ich eine Gruppe von jungen Menschen beobachtete. Da war ein junger, hübscher Mann, der fiel durch seine Zuckungen auf, dann schlug er sich noch. Da merkte ich, der leidet am Tourrett-Syndrom. Über dieses Krankheitsbild habe ich vom Neurologen Oliver Sacks gelesen. Die weiteren Mitglieder dieser Jungendgruppe verhielten sich jedoch ganz normal, da sie diese handicapierte Personen wohl seit Jahren kennen und ihn so angenommen haben, wie er ist. Er war in diesem sozialen Netzwerk ohne Vorurteile gut integriert und konnte sich ausleben.

Generell ist Aufklärung gut und dieses Werk «Rain Man» trägt seinen Teil dazu bei. Die Verhaltensmuster, die Ticks, können ganz unterschiedlich sein, keines gleicht dem andern. Der Umgang mit Gefühlen und die ungeheuren Ängste sind allgemein feststellbar, deshalb brauchen sie Normen und Regeln.

 

Sie müssen sich nun umziehen und auf die Bühne, in wenigen Minuten beginnt die Aufführung …

 

Rufus Beck: Genau.

Vielen Dank für das Gespräch!

Links

Homepage von Rufus Beck

Infos zu Karl Walter Sprungala

«Rain Man» und Zusatzinformationen

New Yorker Neurologe und Autor Oliver Sacks

Mehr zu Karl Kraus

«Rain Man» mit den TV- und Bühnenstars Rufus Beck und Karl Walter Sprungala in perfekter Besetzung

Erneut durfte die Tonhalle in Wil bekannte TV- und Bühnengrössen willkommen heissen: Mit Rufus Beck und Karl Walter Sprungala konnte für «Rain Man» eine optimale Besetzung engagiert werden. Das Stück «Rain Man», welches mit dem Tournee-Theater Thespiskarren unterwegs ist, basiert auf dem Schauspiel von Dan Gordon und ist nach dem gleichnamigen MGM-Spiel-film von Barry Morrow für die Bühne gestaltet worden.

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Zur Geschichte: Charlie Babbitt, ein karrierebewusster Yuppie aus Los Angeles, erlebt nach dem Tod seines Vaters eine böse Überraschung: Sein gesamtes Vermögen geht an einen mysteriösen, anonymen Erben in einer Klinik. Charlie versucht, der Sache auf den Grund zu gehen, und begegnet so seinem autis-tischen älteren Bruder Raymond, von dessen Existenz er bislang nichts ahnte.

Eine emotional verhängnisvolle Entführung

In der Hoffnung, doch noch an das Geld zu gelangen, entführt der skrupellose Charlie seinen Bruder aus dem Heim. Doch die lange Autofahrt von Cincinnati nach Los Angeles steht unter keinem guten Stern, denn Charlie geht die kauz-ige Art seines Bruders bald auf die Nerven. Doch als Charlie merkt, dass Ray-mond über ein phänomenales Gedächtnis verfügt, beginnt er seinen Bruder mit anderen Augen zu sehen und entdeckt allmählich einen liebenswerten, einzig-artigen Menschen in ihm. Langsam kommen sich die beiden näher, und der abenteuerliche Road-Trip wird zur lebensverändernden Erfahrung.

Ursprünglich ist «Rain Man» …

… ein US-amerikanischer Film von Barry Levinson mit Dustin Hoffman und Tom Cruise in den Hauptrollen aus dem Jahre 1988, der mit Auszeichnungen regel-recht überhäuft wurde. Er wurde 1989 acht Mal für den Oscar nominiert, vier Mal bekam er die begehrte Trophäe. Hoffman erhielt den Oscar für den besten Hauptdarsteller. Weitere Auszeichnungen folgten.

Aus dem Drehbuch schuf Dan Gordon ein kongeniales Theaterstück, das an-rührend und witzig von der behutsamen Annäherung zweier ungleicher Menschen erzählt, das den Zuschauern das Thema Autismus näher bringt – und das vor allem grossartige Unterhaltung bietet.

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Infos zu «Rain Man»

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Standing Ovations in der Tonhalle Wil mit dem Schauspiel «Die Harry Bela-fonte Story» mit dem beliebten Schauspieler und Entertainer Ron Williams 

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Ron Williams als Belafonte und Dominique Siassia, bekannt aus der Telenovela «Sturm der Liebe», in der Rolle als «Angel» .                           (c) Fotos: ROPO/MuA

Kulturonline-Interview mit dem Schauspieler und Entertainer Ron Williams in «The Harry Belafonte Story»

Aktives Künstlerleben für Liebe, Respekt und Toleranz

Der in Oakland (Kalifornien) geborene 70-jährige Schauspieler, Sänger, Kaba-rettist und Moderator Ron Williams kann auf eine vielseitige und erfolgreiche Karriere zurückblicken. Gegenwärtig ist er mit dem Schauspiel «Die Harry Belafonte Story» auf Tournee. Das «historisch-elektrisierte Publikum» war vom harmonischen und authentischen Ensemble begeistert, fieberte und sang mit. Standing Ovations ist Programm, selten hat man so etwas Stürmisches in jüngster Zeit in der Tonhalle Wil erlebt. Kulturonline.ch traf Ron Williams zu einem angeregten «OLMA-Bratwurst-Gespräch» in privater Ambiance.

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www.united-music-service.de/ronwilliamsperformingraycharles/

www.kempf-theater.de/belafonte/index.shtml

 

Ron Williams, Sie sind bereits öfters in Wil SG in der Tonhalle aufgetreten, welche Erinnerungen haben Sie an die Äbtestadt?

Ron Williams: Tatsächlich habe ich sehr schöne Erinnerungen. Ich nutze die Ge-legenheit, wo immer wir auch gastieren, dass ich die Ortschaft etwas auskund-schafte. In Wil ist die Altstadt sehr schön und die Bevölkerung ist sympathisch. Während der Tournee freuen wir uns auf etwas Abwechslung zwischen Hotelleben und Auftritte im jeweiligen Gastspielhaus, was oft aus zeitlichen Gründen nicht so einfach ist. Die Einsamkeit nach dem Auftritt im Hotelzimmer verkrafte ich zum Glück gut; und das ist nicht selbstverständlich. Ich kenne Kolleginnen und Kol-legen, die darunter leiden.

Aktuell sind Sie mit dem Schauspiel «Die Harry Belafonte Story» unterwegs, natürlich mit mitreisender Musik von ihm und sogar von ihnen selbst. Haben Sie Harry Belafonte schon persönlich kennengelernt?

Ron Williams: Ja, schon mehrmals. Mein Dad war ein ganz bedeutender Sänger, war Solist und Gesangscoach von einem berühmten schwarzen Sängerchor. In den 50-er Jahren hat Harry Belafonte sich bei ihm in der Gesangsatemkunst beraten lassen. Später traf ich Harry nach Konzertauftritten. Wir tauschten die Telefon-nummern aus und hielten so Kontakt. Er hat mich einmal zu einem Treffen nach New York eingeladen, aber immer wenn ich dort war, war er ausser Landes. Harry ist natürlich informiert, dass ich nun mit seiner Lebensgeschichte on tour bin. Er will demnächst eine Aufführung von uns besuchen. Ich schätze Harry nicht nur als Sänger, denn er hat schon vor Elvis und Frank Sinatra millionenfach Platten ver-kauft. Vielmehr ist es seine gradlinige und respektvolle Persönlichkeit und Aus-strahlung. Von Beginn weg hat er sich immer sozialpolitisch engagiert und ist ein grossartiges Vorbild, dabei hat er viel in einem rassistischen Amerika riskiert. Er hat immer gegen Ungerechtigkeit gekämpft. So betrachtet versuche ich ihm im Kampf gegen Rassismus und Gewalt nach zu eifern.

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Immer für Spass zu haben ... Ron Williams als Harry Belafonte. Links Rapper Steve alias Karsten Kenzel. 

Für Ihr soziales Engagement, unter anderem als Schirmherr in der Stiftung «Leben ohne Rassismus» in Nordrhein-Westfalen, für die Patenschaft am Albert-Einstein-Gymnasium in Frankenthal (Pfalz) im Projekt «Schule ohne Rassismus – Schule für Courage», haben Sie im Jahr 2004 das Verdienstkreuz am Band gleich von zwei Bundespräsidenten, nämlich von Bundespräsident Johannes Rau und Horst Köhler, erhalten …

Ron Williams: Stimmt, Bundespräsident Rau hat mich seiner Zeit nominiert, dann ist er aber verstorben. Sein Nachfolger, Bundespräsident Horst Köhler, über-reichte mir schliesslich die Auszeichnung. Diese Ehrung hat mich gefreut, natür-lich, aber ich habe bei weitem nicht so viel getan wie Harry Belafonte. Ich tat meine Sachen im Rahmen meiner Möglichkeiten. Auch bei meinen Auftritten ver-suche ich dem Publikum zu sagen, wie das Leben, das Zusammenleben in Frieden und mit Respekt untereinander sein sollte, selbstbestimmend und frei. Das ist eine ganz grosse Aufgabe für Künstler, mit diesen Aussagen können sie das Publi-kum und die Gesellschaft erreichen. Kraftvolle Worte und die Liebe aus den Her-zen können durch Musik und das Schauspiel zum Publikum gelangen und hoffent-lich etwas Positives bewirken. Das bewegt oft mehr als tausend Reden von Poli-tikern.

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Szenenbild aus «Die Harry Belafonte Story»: Von links Gerhard Haase-Hinden-berg (hier kostümiert, aber sonst auch bekannt aus dem Hollywood-Film «Oper-ation Walküre», wo er die Rolle als Hermann Göring spielt), Ron Williams und Maaike Schuurmans. 

Sie sind in den vergangenen Jahren oft in weiteren geschichtsträchtigen Per-sonen und biografisch geprägten Figuren aufgetreten. Wir denken hier an «I Have A Dream – Die Martin Luther King Story», dafür haben sie bei der INTHEGA (Interessengemeinschaft der Städte mit Theatergastspielen) im Jahr 2003 den ersten Preis gewonnen, an «Ray Charles», hier bekamen sie den INTHEGA-Crossover-Preis 2008, und an «Die Nelson Mandela Story». Jetzt mit der «Harry Belafonte Story» erleben Sie jeden Abend Standing Ovations. Kön-nte eine «Barack Obama Story» für Sie eine Fortsetzung sein?

Ron Williams: Das wäre sicher interessant, aber für mich kommt diese tolle Ge-schichte mit dem ersten schwarzen US-Präsidenten Barack Obama zu spät, ich bin zu alt, er ist zu jung. Hey Man, ich bin 70 … Wir dürfen froh sein, dass Obama für eine zweite Amtszeit gewählt wurde und im Weissen Haus sitzt, dies trotz all sei-nen Schwächen.

Wenn wir die heutigen Nachrichten aus aller Welt verfolgen, ist die Zukunft nicht einfach … - kriegerische Spannungen, religiöses Machtstreben, Aus-länderhass, Umweltverschmutzung …

Ron Williams: Sie haben recht, es sieht nicht gut aus. Unsere Gesellschaft, die Weltbevölkerung, wir alle sind an einem kritischen Punkt angelangt. Schon Martin Luther King und Nelson Mandela haben auf diese vage und heikle Zukunft hinge-wiesen.

Die Vorboten sehen wir in den Nachrichten, viele Aspekte aus dieser unheilvollen Entwicklung sind ebenso spürbar. Für uns Künstler ist es zunehmend eine Lebens-aufgabe einen positiven Trend in eine hoffnungsvolle Richtung zum Wohl der Menschheit und dieser Erde zu setzen.

Die verlogene Politik kann uns ins Verderben führen, da müssen wir Gegensteuer geben. Auch gegen Hunger, Fremdenfeindlichkeit, Ausgrenzungen, rechte Gewalt, Rassismus, Antisemitismus und Krankheiten wie beispielsweise Aids, gegen alle diese wichtigen Themen und Aufgaben müssen wir alle intensive Anstrengungen zum Besseren unternehmen. In sämtlichen Religionen müssen wir gegenseitig mehr Respekt haben und die Sitten in den jeweiligen Ländern verstehen und tolerieren. Frieden gibt es nur mit Liebe, beidseitiger Toleranz und menschlicher Achtung. Die demografische Entwicklung wird für gefährliche Spannungen sorgen, wenn wir nicht für mehr Gerechtigkeit und gegen die Armut und den Hunger ein-stehen.

Wir könnten noch weitere Problemfelder aufzählen. Tatsache ist, wir nähern uns der Kurve und dahinter ist die Mauer.

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Freude an der Muppet Show. Ron Williams (70) kümmert sich nicht um das Alt-werden. 

Ron Williams, Sie sind inzwischen 70 Jahre jung, sind vital und haben kaum Falten. Wie machen Sie das? Und wie erleben Sie das Älterwerden?

Ron Williams: Das Alter kümmert mich nicht. Ich lebe einfach mein Leben, ich nehme es wie es kommt. Beruflich stehen weitere, wunderbare Projekte im In- und Ausland an. Mir macht das Showbusiness grossen Spass und so bleibt man jung in unserem Beruf.

Herzlichen Dank für das Gespräch!

Ron Williams: Hey, die St. Galler OLMA-Bratwurst war ganz lecker, sogar ohne Senf (lacht, weil er «aufgeklärt wurde, weil dies sonst eine kulinarische Sünde ist»). Dankeschön und auf Wiedersehen!

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Volles Engagement in unterschiedlichen Aktivitäten. «Belafonte» Ron Williams war vom Wiler und Oltener Publikum begeistert. 

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Ron Williams performing Ray Charles

Interessengemeinschaft der Städte mit Theatergastspielen (INTHEGA)

Homepage von Maaike Schuurmans

Link zur Webseite von Dominique Siassia

Infos zu Gerhard Haase-Hindenberg über Google 

 

In der Tonhalle Wil geben sich gegenwärtig bekannte Schauspieler der Reihe nach die Garderobenschlüssel in die Hand: Nach den beiden TV-Stars Leonard Lansink und Heinrich Schafmeister in «Oscar und Felix» gastiert nun Ron Williams in der Titelrolle von «Die Harry Belafonte Story» einmal mehr in Wil SG.

 

Um was geht es in der «Harry Belafonte-Story»?

Harry Belafonte betritt nach vielen Jahren den kleinen Club, in dem er als junger Mann gejobbt hat. Der Clubbesitzer Charly erkennt den berühmten Gast. Und schon sind wir mitten in der aufregenden Lebensgeschichte Harry Belafontes. Schliesslich betritt Harrys Frau Julie den Club und steuert ihre Sicht auf die Lebensgeschichte ihres Mannes bei - ein Leben, das nicht nur von beispiellosem künstlerischen und kommerziellen Erfolg geprägt ist, sondern zugleich untrennbar verbunden bleibt mit der Geschichte der Bürgerrechtsbewegung.

 

Zum Stück: Harry Belafontes Leben wird entlang seiner wundervollen Songs reflektiert

 

 

 

Harry wird 1927 als Kind eines schwarzen Seemanns und einer jamaikanischen Putzfrau in New York geboren. Als Harrys Mutter mit den Kindern nach Jamaika flieht, lernt Harry die Musik der karibischen Fischer kennen: den weich swingenden Calypso. Zurück in New York, erlebt er die üblichen rassistischen Beleidigungen, meldet sich freiwillig zum Militär und wird anschliessend ständiger Gast in der New York Library, um die Schriften schwarzer Autoren zu studieren.

Nach dem Eindruck des schwarzen Schauspielers Paul Robeson auf der Bühne absolviert Harry ein Schauspielstudium. Als unter Senator McCarthy auch Harry Belafonte zur Anhörung vorgeladen wird, verweigert er die Aussage, erhält anschliessend kein Engagement als Schauspieler und beginnt in jenem Club als Pausenfüller. In dieser Zeit baut er sich ein eigenes Songprogramm auf: alte und neue Calypso-Balladen und Volkslieder aus Nord- und Südamerika. Publikum und Kritik begeistert. Seine aussergewöhnliche Musikalität, sein persönlicher Stil und das unverwechselbare Timbre seiner Stimme machen Harry Belafonte über Nacht populär.

 

Das erste Album mit Calypso-Songs …

… bricht alle Rekorde. Er gründet seine eigene Firma und wird zum ersten schwarzen Platten- und Filmproduzenten der USA.  Nach seinem mutigen Film «Island in the Sun» mit Joan Fontaine über die Liebe zwischen einem Schwarzen und einer Weissen richtet sich gegen die beiden Schauspieler der Hass des Ku-Klux-Klans, ihre Autos werden demoliert, und immer wieder gehen bei der Filmproduktion Morddrohungen ein. In dieser Zeit verliebt sich Harry Belafonte in eine Weisse, die zierliche Julie Robinson, sie heiraten. Mit seiner Unterstützung der Bürgerrechtsbewegung riskiert Harry Belafonte immer wieder Karriere und Leben.

Harry Belafonte kann als Filmstar in zahlreichen Hollywoodproduktionen von «Carmen Jones» bis «The Player» überzeugen. Als Sänger, der mit «Day-O - The Banana Boat Song» berühmt geworden ist, begeistert Harry Belafonte das Publikum mit seinem Stil und seinen Qualitäten als Entertainer.

1985 gründet Harry Belafonte die Bewegung «USA for Africa», für die das Lied «We Are the World» entsteht. Dieser bewegende Song stellt den Höhepunkt in der Theateraufführung von «Die Harry Belafonte Story» dar. 

 

Mehr zu Ron Williams über Google

Infos zu Harry Belafonte

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Harry Belafonte auf You tube

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o&f1859.jpg Partner in angespannten Zeiten ... Leonard Lansink (hinten) und Heinrich Schaf-meister.                                                                                                 (c) Fotos: ROPO/MuA

TV-Stars Leonard Lansink und Heinrich Schafmeister in der Komödie «Oscar und Felix» von Neil Simon mit Schweizer Premiere in der Tonhalle Wil

Ein seltsames (TV-)Paar als Kassenmagnet - Das grosse Interview mit Leonard Lansink und Heinrich Schafmeister!

Die Komödie «Oscar und Felix» von Neil Simon wurde 1965 am Broadway in New York uraufgeführt und später mit Walter Matthau (Oscar) und Jack Lemmon (Felix) international erfolgreich verfilmt. Im deutschsprachigen Raum traten im Frühling 2011 Leonard Lansink und Heinrich Schafmeister die Nachfolge in diesen Rollen an. Am 24. November 2012 hatte diese Besetzung ihre Schweizer Premiere in der Tonhalle Wil. Kulturonline.ch traf die beiden Bühnenkünstler und TV-Stars vor der Aufführung zum angeregten Garderoben-Gespräch.

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Heisse und verfängliche Annäherung: Mirjam Radovic, Heinrich Schafmeister und Amor Schumacher (v. l.) 

Schauspielerkollege Dietmar Pröll zeigte uns den Weg zu seinen Kollegen, die sich auch 40 Minuten vor Aufführungsbeginn gerne die Zeit für ein Gespräch nahmen. In einer leeren Garderobe konnten wir uns zuerst mit Heinrich Schafmeister zurückziehen. Eigentlich wollten wir in erster Linie über das Stück und Ensemble sprechen, doch schnell entwickelte sich speziell mit Heinrich Schafmeister ein spannendes Gespräch über ihren ersten Besuch jetzt in der Schweiz, von den politischen und wirtschaftlichen Auseinandersetzungen zwischen Deutschland und der Schweiz wegen dem verpatzten Steuerabkommen sowie bezüglich dem Fluglärm-Staatsvertrag von Zürich.

Leonard Lansink und Heinrich Schafmeister ist es wahr, dass Sie im Rahmen dieser Tournée von «Oscar und Felix» erstmals in der Schweiz weilen? Und welche Eindrücke haben Sie bisher sammeln können?

lansink832.jpg Leonard Lansink beim Gespräch. 

Leonard Lansink: Ja, leider ergab sich vorher nie ein Engagement für uns in einer Tournée oder bei einer Theaterverpflichtung, um die Schweiz näher kennenzulernen. Ich bin heute mit meiner Frau Maren Muntenbeck (Anm. der Redaktion: sie ist Juristin von Beruf) nach dem Check-In im Hotel Swan21 durch die Obere Bahnhofstrasse hinauf zur Altstadt gelaufen. Der Charme der alten Häuserreihen und den Hof fanden wir sehr schön und idyllisch.

Heinrich Schafmeister: Mir ist schon bei der Einreise in die Schweiz, speziell auf der ersten Raststätte, wo wir einen Halt einlegten, aufgefallen, dass es hier sehr sauber ist. Faszinierend für mich ist übrigens auch die Feststellung, je südlicher wir von Deutschland aus in die Schweiz fahren, desto besser wird das Essen. Hier in Wil bin ich zum Bahnhof gelaufen und habe spontan im Migros Markt-Restaurant das Mittagessen eingenommen. Es war sehr köstlich. Die Schweiz hat in Deutschland immer noch einen ausgezeichneten Ruf, nicht zuletzt als Ferienland und dies trotz dem starken Schweizer Franken.

Aus finanzieller und wirtschaftlicher Sicht hat sich aber auch in der Schweiz vieles verändert. Wir spüren die Euro-Krise und stützen die europäische Währung durch Euro-Zukäufe über die Schweizerische Nationalbank. Die Spannungen zwischen der Schweiz und Deutschland nehmen zu. Vor wenigen Tagen hat der Deutsche Bundesrat das Steuerabkommen der Regierung mit der Schweiz abgelehnt; und auch der Fluglärm-Staatsvertrag steht auf «wackligen Füssen» …

schafmeister826.jpg Heinrich Schafmeister in Wil SG.

Heinrich Schafmeister: Sie haben recht, das nachbarschaftliche Verhältnis zwischen Deutschland und der Schweiz ist angespannt. Ich denke, die neu zu wählende Regierung muss einen Neuanfang bei diesen Themen machen. Generell ist auf unserer Tournée spürbar, dass die Leute mehr sparen, sich überlegen, für was sie ihr Geld ausgeben. Ich selber bin ja stark im Bundesverband der Film- und Fernsehschauspieler (BFFS), der Gewerkschaft für Schauspieler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, aktuell in den Tarifverhandlungen engagiert. Es stehen uns schwere Zeiten bevor. Aber ein Kompliment muss ich den Wilerinnen und Wilern machen, sie haben eine sehr schöne Tonhalle.

Leonard Lansink: Glücklicherweise können wir mit dem Stück «Oscar und Felix» die Besuchenden zum Lachen bringen und sie so von ihrem Kummer für kurze Zeit etwas ablenken.

Seit Frühling 2011 haben Sie nun die Komödie 165-mal aufgeführt. Gab es nie Pannen oder einen Lachanfall?

Leonard Lansink: Ich mag mich spontan nicht an einen solchen Zwischenfall erinnern. Einen Lachanfall bei mir? Nein, das kann ich mir gar nicht vorstellen, denn ich habe keinen Humor (schmunzelt) ...

Heinrich Schafmeister: Doch, an ein Malheur erinnere ich mich in diesem Stück. Es gibt eine Szene, wo ich draussen im Gang hinter der Kulisse auf meinen Einsatz warte. Nochmalerweise sollte eine Hausglocke läuten, aber dummerweise hat der Tontechniker den falschen Knopf erwischt und drückte die WC-Spülung … - worauf Leonard als Oscar trotzdem rief … «komm rein!».

Was steht sonst Aktuelles an?

Leonard Lansink: In diesem Jahr habe ich vier Episoden von Privatdetektiv Georg Wilsberg abgedreht. Seit 1997 spiele ich in dieser erfolgreichen Serie einen kauzigen Ermittler in den Münster-Krimis im Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF), die auf den Büchern von Jürgen Kehrer basieren. Bis Anfang Dezember 2012 sind wir mit «Oscar und Felix» unterwegs, dann unterbrechen wir die Komödie wegen einer anderen Verpflichtung von Heinrich Schafmeister bis sie im Frühling 2013 in München und Essen wieder aufgenommen wird. Privat beschäftigen mich die Vorbereitungen wegen unserem Umzug von Berlin-Schöneberg nach Berlin-Friedrichshain, wo wir in einem Reihenhaus wohnen werden. Das war früher der alte Schlachthof von Berlin. Bei einer früheren Bewerbung um die Olympischen Sommerspiele hätte hier das Olympische Dorf entstehen sollen.

Heinrich Schafmeister: Ich muss die Tournée mit «Oscar und Felix» wegen einer anderen Verpflichtung in Düsseldorf unterbrechen. Vom 16. Januar bis 8. März 2013 habe ich mit Elke Winkens und Jens Knospe eine Hauptrolle in der Komödie «Es war nicht die Fünfte, es war die Neunte» von Aldo Nicolaj in der Regie von Helmuth Fuschl. Danach geht es in München im Haus der «Komödie vom Bayerischen Hof» weiter.

Leonard Lansink: Darf ich Ihnen auch eine Frage stellen? Wie sieht das hier in Wil mit dem Rauchen in Restaurants aus?

Kulturonline-Reporter: Es ist bei uns üblich, dass die Gäste draussen vor der Tür rauchen …

Leonard Lansink (leicht betrübt): … also dann habt ihr gleich strenge Sitten wie in Bayern! (Pause, überlegt und meint … ) Gut, dann trinken wir nach der Vorstellung noch ein Bier und gehen dann umgehend ins Bett.

 

Werdegang von Leonard Lansink und Heinrich Schafmeister

Der Film- und Bühnenschauspieler Leonard Lansik wurde am 7. Januar 1956 in Hamm in Westfalen geboren. Aufgewachsen ist er bei seinen Grosseltern in Gelsenkirchen-Rotthausen. Eigentlich studierte er zuerst Medizin, doch dann entschied er sich für die Essener Schauspielschule Folkwang. Verschiedene Engagement u. a. in Filmen wie «Eis am Stiel VII – Verliebte Jungs» und «Nur für eine Nacht». Lansink hat sich speziell den deutschen Krimiserien wie «Ein Fall für zwei», «SOKO 5113», «Polizeiruf 110», «Der letzte Zeuge» und «Tatort» verschrieben. Eine bedeutende Figur erwarb er sich in der Rolle des Privatdetektivs Georg Wilsberg im ZDF. Lansink ist zu einem politischen Menschen geworden: Im Jahr 2005 trat er während des Bundestagswahlkampfs in die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) ein und unterstütze diese Ideen in der Öffentlichkeit. 2009 wurde Lansink zum Mitglied der 13. Bundesversammlung gewählt. Im Jahr 2008 erhielt er die Auszeichnung «Best for bike», die fahrradfreundlichste Persönlichkeit des Jahres.

Schauspieler und Sänger Heinrich Schafmeister kam am 2. März 1957 in Essen zur Welt. An der Folkwang-Hochschule für Musik und Darstellende Künste lernte er Armin Rohde und Hansa Czypionka in seiner Klasse kennen. Eine erste grosse Verpflichtung hatte er am Theater in Aachen. Die Filmpremiere verzeichnete er in «Treffer» unter der Regie von Dominik Graf. Oft ist Schafmeister in Fernseh-serien wie «Die Camper», «Wilsberg» und «Wie erziehe ich meine Eltern» zu sehen. Bekannt wurde er zudem im Film «Comedian Harmonists», in welchem er den Sänger Erich A. Collin darstellte. Heinrich Schafmeister ist ehrenamtlich als Schatzmeister beim Bundesverband der Film- und Fernsehschauspieler (BFFS), der Gewerkschaft für Schauspieler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, aktiv und führt demnächst Tarifverhandlungen mit Vertragspartnern durch.

Zum Stück «Oscar und Felix»

Als Felix nach fünfjähriger Ehe Knall auf Fall von seiner Frau Betty vor die Tür gesetzt wird, nimmt ihn sein Freund Oscar gutmütig bei sich auf. Was am Anfang aussieht wie eine ganz normale Männer-WG, entpuppt sich bald als beinahe eheliches Panoptikum, mit dem einzigen Unterschied, dass das ewig wischende und putzende Heimchen am Herd eben keine Frau, sondern ein Mann ist.

Doch ausser Staubsauger, Luftwaschfilter und …

… diversen Kochutensilien hat Felix alle nur erdenklichen Desinfektionssprays in seiner Aussteuer und beginnt die Männerkiste gnadenlos zu zerputzen. Aus Oscars originell-chaotischer Single-Behausung wird dank Felix´ unermüdlicher Schaffenskraft ein steriler Musterhaushalt. Aus Oscars regelmässigen verräucherten, chaotischen Pokerrundern mit ungeniessbaren Sandwichvariationen werden keimfreie Dinnerpartys. Und auch für das Rendezvous mit den beiden heissblütigen Spanierinnen aus dem oberen Stockwerk haben die beiden ganz unterschiedliche Pläne…

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Eurostudio Landgraf

Links über Schauspieler Leonard Lansink

Links über Schauspieler Heinrich Schafmeister

Weitere Infos zur Komödie «Oscar und Felix»

Komödie in der Steinstrasse 23 in Düsseldorf

Komödie im Bayerischen Hof München

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Vom eigenen Schicksal zwischen Faden und Schere sowie dem tödlichen Jenseits

 

Trotz zahlreichen Tournéestücken ist sich die Clownin Gardi Hutter in ihren vielseitigen Rollen treu geblieben, sie spielt mit Schalk und Tief-gang, da wird selbst der (eigene) Tod technisch versiert nicht ausgelas-sen. Das «Chällertheater im Baronenhaus Wil» lud Gardi Hutter als «Die Schneiderin» (Regie von Michael Vogel) in die Tonhalle Wil ein, da sich schon früh ein grosser Publikumsandrang abzeichnete, dabei richtete sie mit grosser Schere an und eroberte sogar das Herz eines schüchter-nen Mannes aus der Zuschauerreihe. Kulturonline.ch traf Gardi Hutter zum Gespräch.

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Gardi Hutter in der Rolle als «Schneiderin».                                                               Foto: zVg

 

Gardi Hutter war bereits früher auf Tournée in Südamerika und kam aus Grenchen direkt nach Wil. Wenn immer möglich will sie das jeweilige Publikum in der dort üblichen Sprache ansprechen, sie lässt Text übersetzen und übt sie dann ein. In der Schweiz hat sie quasi Heimvorteil – und doch die diversen, kindlichen Wortgebrummel und Laute versteht man rund um die Welt.

Kulturonline.ch: Gardi Hutter wie kam es zur Idee mit dem Stück «Die Schneiderin»?

Gardi Hutter: Vor zehn Jahren war ich auf einem Segeltörn und bekam ein Segeltuch geschenkt, da wusste ich bereits, dass ich daraus ein Stück entwickeln wollte. Aber es brauchte seine Zeit bis alle Ideen reif waren. Jetzt kommt das Segeltuch für zwei Minuten am Schluss der Aufführung vor. An den Ideen arbeiten ich und mein kreatives Team sehr lang und intensiv, wir entwerfen Vorgehensweisen und verwerfen diese wieder. Manchmal beginnen wir wieder von vorn, aber die Grundidee bleibt dennoch bestehen. Diese Prozesse dauern Tage, Wochen, ja sogar Monate lang.

Welche Elemente Ihrer Persönlichkeit finden sich in Ihren Figuren?

Gardi Hutter: Die Stücke leben von Emotionen, die sind persönlich geprägt, aber sie sind nicht privat. Alle Figuren sind auf die Spitze getrieben, erst das grösste Drama wird lustig, ich suche dabei das Extreme. In meinem eigenen Leben mag ich diese extremen Formen nicht, viel eher suche ich eine gewisse Gelassenheit. Der Clown ist der grosse Scheiterer damit kann sich das Publikum identifizieren.

Sie wirken wenige Momente vor der Aufführung ruhig. Kennen Sie Lampenfieber? Wie bereiten Sie sich vor?

Gardi Hutter: Etwa eine Stunde vor Aufführungsbeginn kommt in mir ein innerer Wecker, dann konzentriere ich mich auf die Rolle, die Abläufe … - und dann bin nicht mehr ansprechbar. Körperlich und stimmlich beginnt so mein Training vor dem Auftritt. Für diese Rolle muss ich physisch beweglich sein. Kritisch ist zum Beispiel ein Sturz in einen Kübel. Dieser Sprung muss gelingen, sonst plagen mich anschliessend starke Rückenschmerzen, daran habe ich lange geübt. Bis vier Stunden vor Aufführungsbeginn esse ich nichts mehr. Es ist eigentlich eine sportliche Darbietung über 75 Minuten.

Sie sind oft als Familienmensch (Anm. der Red.: Die erwachsenen Kinder sind inzwischen ausgeflogen; und von ihrem geschiedenen Ehemann Ferruccio Cainero, bekannt von seinen amüsanten Schilderungen am Schweizer Radio DRS 1) oft unterwegs und übernachten in Hotels. Kommt da nach den Vorstellungen nicht manchmal die grosse Einsamkeit in Ihnen hoch?

Gardi Hutter: Ja, dieses Gefühl kenne ich und solche Momente sind brutal. Irgendwie gehört diese Situation aber zum Beruf. Sie ist eine Herausforder-ung; und es ist wichtig wie man damit umgeht. Der Applaus während der Show ist so betrachtet gefühlsmässig zu viel und dann in der Stille des Hotelzimmers ist alles zu wenig. Als Persönlichkeit muss man in solchen Augenblicken stabil sein, sonst ist man in diesem Beruf nicht am richtigen Platz. Man muss es einfach aushalten lernen.

Welches Projekt steht für die Zukunft an?

Mit Sandra Studer und Michael von der Heide plane ich wieder ein Musical für 2013.


Vielen Dank für das Gespräch!

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Eine Link-Empfehlung von Kulturonline:

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